Rezension: Meeresflüstern


Meeresflüstern

Autor: Patricia Schröder

Verlag: Coppenrath
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Gebundene Ausgabe mit 412 Seiten

ISBN: 978-3649603191
Preis: 16,95 €
Empfehlung: 14 - 17 Jahre

Teil einer Reihe: Ja
1. Meeresflüstern
2. Meeresrauschen (Juni 2012)
3.

Kurzbeschreibung: Nach dem Tod ihres Vaters verlässt die siebzehnjährige Elodie ihre Heimatstadt Lübeck, um bei ihrer Großtante auf Guernsey zu leben. Als wenig später auf der Nachbarinsel ein Mädchen tot aufgefunden wird, glaubt sie, dass ihre Ankunft auf der Kanalinsel in irgendeinem Zusammenhang mit dem schrecklichen Vorfall steht. Aber wie ist das möglich? Und wer ist der wunderschöne Junge, dem Elodie in ihren Träumen begegnet? Dann, eines Tages, taucht dieser Junge plötzlich wie ein Geschöpf aus dem Meer vor ihr auf. Geheimnisvoll. Magisch. Betörend. Elodie kann nicht aufhören, an ihn zu denken. Und sie beginnt zu ahnen, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt und wie sehr ihr eigenes Schicksal mit den dunklen Legenden der Kanalinseln verknüpft ist.

Cover und Gestaltung: Schon wieder ein Mädchengesicht. Wären die Salzelemente nicht auf der Haut würde mich das Cover überhaupt nicht ansprechen. So aber passt es sehr gut zum Inhalt und auch der blaue Hintergrund ist gut gewählt. Ohne Schutzumschlag hat das Buch eine türkisblaue Farbe.

Inhalt: Um den Tod ihres Vater zu verarbeiten besucht sie ihre Großtante Grace auf der Insel Guernsey. Schlimmer könnte es für Elodie nicht sein, denn sie hat panische Angst vor Wasser. Schon bald lernt sie Jugendliche kennen, aber schon einen Tag später, ist Lauren tot. Ihr Tod gibt der Polizei und den Freunden Rätsel auf. Der Verdacht fällt auf viere fremde Jungs, die anscheinend nicht menschlich sind.

Meinung: Durch den Prolog wurde mein Interesse geweckt und so las ich die ersten 100  Seiten, lernte die Orte und Personen mit Elodie kennen, war aber noch distanziert und konnte letztendlich nicht viel damit anfangen. Elodie, Ruby, Ashton und Cyril waren mir gleich symphatisch. Tante Grace empfand ich als eher unwichtige Figur, die aber da sein musste, weil sich schließlich jemand um Elodie kümmern und Elodie bei einer Person leben musste. Gordian taucht erst später auf, er und Elodie sind plötzlich leidenschaftlich ineinander verliebt, obwohl Elodie noch einige Tage vorher mit Cyril flirtete. Meerwesen haben bekanntlich eine magische Anziehungskraft auf Menschen, aber dass es so extrem ist und Elodie sich mit keiner Faser ihres Körpers wehrt  finde ich etwas abwegig. Schließlich hat ein Menschen einen natürlichen Überlebensinstinkt und sollte wissen, von wem eine Gefahr ausgeht. Damit möchte ich nicht sagen, dass Gordian gefährlich ist, aber dass sich Elodie die Sache lieber 2x überlegt hätte, bevor sie handelt. Ruby, Grace und Cyril haben sich mit Taten oder (nicht gesagten) Worten ins Aus katapultiert. Den Einzigen den ich nach Ende des Buchs noch mag ist Ashton. Ein Satz von ihm ist mir besonders in Erinnerung geblieben und den möchte ich mit euch teilen ( siehe kursiven Text).

>>Das muss ich auch nicht<<, erwiderte Ashton leise an meinem Ohr. >> Ich b-bezweifle schon lange, dass es ausschließlich auf dem L-Land intelligentes Leben gibt, d-das m-mit uns Menschen vergleichbar ist. Er warf den Kopf nach hinten und schlenkerte ein wenig mit dem rechten Arm. W-wir dringen ins Weltall vor, um nach Aliens zu suchen. Dabei kennen wir uns noch mit einmal auf unserem eigenen P-Planeten aus. W-wir machen uns gar nicht die M-Mühe, ihn w-wirklich zu erforschen und zu verstehen. U-und ich bilde mir ein, auch zu w-wissen, w-warum. Wir wollen einfach nicht genau hinschauen, damit wir nicht sehen, welchen Schaden wir in W-Wahrheit anrichten.<< Ich fand Ashtons Gedankengang wahsninnig interessant und wäre ich nicht so fertig gewesen, hätte ich ganz sicher gern mehr davon gehört. Im Moment konnte ich jedoch nur an eines denken: an Gordy und die vielen Delfinde dort draußen. S. 349

Statt mit kräftigen Wellen wurde die Handlung eher ins seichte Wasser gezogen. Passiert anfangs noch viel, wird es kurz vor dem Mittelteil ruhig, nur damit noch ein hübscher Cliffhanger an Land gezogen werden kann. Das Thema an sich finde ich interessant, durch Elodis Taten aber schlecht umgesetzt. Nach einiger Zeit ging nur noch um Elodie Liebesleben und die eigentlichen Geschehnisse gerieten in Vergessenheit. Der Tod ihres Vaters, und wie sie damit zurecht kommt, wird mehrmals erwähnt, bleibt aber nie  Hauptteil der Geschichte. Zwischendurch gibt es immer wieder kursiv gehaltene Passagen oder sogar Kapitel. Namen werden schon im ersten Abschnitt genannt, also war die Spannung schon fast weg. Jedoch muss ich dem Buch zu Gute halten, dass ich fast bis zum Ende im Dunkeln tappte.Ich hatte zwar Ahnungen und einige haben sich auch bewahrheitet, aber meistens lag ich daneben. Da es noch weitere Teile geben wird sind viele Fragen noch offen. Alle paar Kapitel wurde Elodies Wasserangst wieder auf den Tisch gebracht und seltsamerweiße verschwindet ihre Angst fast über Nacht. Die ständigen Wiederholungen waren mit der Zeit nervig.

Nun zum erfreulicheren Teil: Sprache und Stil der Autorin. Patricia Schröder ist eine sehr gute Schriftstellerin, sie schreibt klar, einfach und doch einzigartig. So kommen auch Wörter vor, die Jugendliche alltäglich verwenden, aber seltens in Jugendbüchern auftauchen. Ob ich die weiteren Teile der Trilogie lesen werde weiß ich noch nicht. EDIT: Wahrscheinlich werde ich die Folgebände doch lesen

Fazit: Es sollte nicht nur auf das Äußere geachtet werden, der Inhalt ist bestimmend, aber der war bei den meisten Personen im Buch gar nicht vorhanden. Oder es war so viel Liebe in einer Person, dass diese für 2 weitere Personen reichte. Der gelungene Anfang konnte nicht viele Fehler ausmerzen, die mir nach Beenden des Buchs durch den Kopf gingen. Leider kann ich nur 2,5 von 5 Punkten vergeben.

Kommentare:

  1. Und dabei ist das Buch so so soo schön vom Cover her. Leider hört man kaum ein begeistertes Wort, muss wohl noch ein wenig mit dem Kauf warten - vielleicht erwische ich ja mal ein günstigeres Exemplar :-) Liebe Grüße

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  2. Ich fand das Buch wunderbar <3

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Ich freue mich über jedes Kommentar :)