Rezension: Ich will schlafen

Ich will schlafen

Originaltitel: Go To Sleep
Autor: Helen Walsh

Verlag: Kiepenhauer & Witsch
Erscheinungsdatum: Februar 2012
Gebundene Ausgabe mit 320 Seiten

ISBN: 978-3462043808
Preis: 19,99 €
Empfehlung: für Erwachsene

Teil einer Reihe: Nein
Leseprobe von carlsen

Kurzbeschreibung
"Ich will schlafen!" ist ein mutiges, ein notwendiges Buch. Ein radikaler, ergreifender Roman über eine alleinerziehende, moderne junge Mutter, deren Traum vom Kind zum Albtraum wird. Umwerfend heutig, ist dies beste Literatur von einer der interessantesten Autorinnen Großbritanniens. Rachel steht vor dem größten Abenteuer ihres Lebens: Sie wird zum ersten Mal Mutter. Sie wünscht sich das Kind aus tiefstem Herzen und freut sich auf diese einschneidende Veränderung in ihrem Leben. Doch nach der Geburt ihres Sohnes Joseph scheint nichts zu sein, wie sie es sich vorgestellt hat. Der Grund: Schlafmangel, massiver Schlafmangel. Ihr Sohn scheint nie zu schlafen, schlimmer aber ist, dass sie keine Ruhe findet. Trotz überwältigender Liebesgefühle für ihr Kind gerät Rachel an den Rand des Wahnsinns. Stets vollkommen übernächtigt, verschwimmen teilweise die Grenzen von Realität und Fiktion, und es stellt sich die Frage, wie weit sie zu gehen bereit ist, um ihren kleinen Sohn in den Schlaf zu bekommen.

Meinung: Ich bin beeindruckt. Selten hat mich ein Buch so mitgenommen wie Ich will schlafen!. Helen Walsh schreibt so ehrlich und realistisch, dass ich nun ein wenig Angst vor der Geburt und dem Muttersein habe. Sie schreibt in der Ich-Perspektive, aus Rachels Leben. Rachel freut sich auf ihre kleine Bohne und kann es kaum erwarten bis ihr Joe auf die Welt kommt. Aber schon kurz nach der Geburt leidet sie unter massivem Schlafmangel und auch als sie wieder zu Hause ist wird es nicht besser. Irgendwann schläft sie überall und doch nie, ihre Kräfte lassen nach und sie ist sich nicht mehr sicher, ob sie für Joe wirklich sorgen kann.

Die Gefühle von Rachel kann bestimmt jeder nachempfinden. Wer war nicht schon total übermüdet, durch Kind oder andere Probleme, und hat seine Wut und Aggression an Mitmenschen ausgelassen. Da ich keine Kinder habe fand ich ihre Reaktionen manchmal übertrieben und nicht nachvollziehbar. Sicherlich eignet sich das Buch als Abschreckung für Jugendliche, die gerne mal die Verhütung vergessen.

Der Schreibstil ist flüssig und klar und bringt den Leser leicht und schnell durch die Geschichte. Eindrucksvoll wird die GEburt und die umstellung danach beschrieben. Jedoch gab es auch hier Rückblicke, die nicht hätten sein müssen und die Vergangenheit näher beleuchten. Die Vergangenheit fand ich aber für die eigentliche Geschichte nicht erwähnenswert. Ihre Umgangsfehler mit Joe blieben mir als mutterlose Jugendliche nicht verborgen. Statt ihrem Kind endlich einen Schnuller zu besorgen legt sie ihn zu jeder Tages - und Nachtzeit an die Brust. Ihre Wut grenzt schon an psychische Störungen und als Leser sollte man beachten, dass im Vergleich nur wenige Mütter so an ihre Grenzen stoßen. Ich finde, dass hätte im Buch erwähnt werden sollen.

Fazit: Realistisch und bedrückend, aber mit kleinen Fehlerchen, deshalb gibt es 3,5 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Für mich wäre das Buch wahrscheinlich eher nichts gewesen; ich denke, ich würde mich nicht richtig in das Buch/die Protagonistin hineinversetzen können. Deshalb bin ich auch überrascht, dass der Schreibstil so überzeugend und realistisch war, sodass du wie es scheint dich doch in das Buch hineinversetzen konntest. :)

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jedes Kommentar :)