Rezension: Starters

Starters

Originaltitel: Starters
Autor: Lissa Price

Verlag: ivi
Erscheinungsdatum: März 2012
Gebundene Ausgabe mit 400 Seiten

ISBN: 978-3492702638
Preis: 15,99 €
Empfehlung: 14 - 17 Jahre

Teil einer Reihe: Ja
1. Starters
2. Enders (November 2012)

Kurzbeschreibung: Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

Cover: Ein passendes Cover, genau gewählt für unsere Protagonistin, gesichtslos. Darauf kommte ich in meiner eigentlichen Rezension noch zu sprechen. Das Cover wirkt düster, irgendwie Science-Fiction-mäßig. Eine kleine Augenweide in meinem Regal.

Inhalt: Callie und ihr Bruder Tyler leben in einer Welt in der es nur junge und alte Menschen gibt, sogenannte Starters und Enders. Wer kein Geld oder reiche Großeltern besitzt muss auf der Straße leben. Callie möchte für ihren Bruder ein besseres leben und meldet sich bei Prime Destinations, der Body Bank an. Ihr Körper wird an Enders vermietet, die ihren Körper mit Hilfe von Gedanken und Technik übernehmen. Aber Callie erwacht schon nach einer Woche. Etwas ist schief gelaufen.

Meinung: Dystopien gab es bisher in fast jeder erdenklichen Art und Weise. Vergleichbares kenne ich bisher nicht, reiche Enders mieten einen jugendlichen Körper. Durch einen (Sporen)krieg starben alle Menschen zwischen 30 und 60 Jahren (sehr unglaubwürdig, dass wirklich alle Menschen dieser Altersklasse nicht geimpft wurden) und die Welt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr. Erst beim Lesen fielen mir Parallellen zum Buch Seelen von Stephenie Meyer auf. Da gab es zum Beispiel den Chip, der den Jugendlichen eingepflanzt wird um sie zu überwachen und mit dem Mieter zu verbinden. Spoilerbeginn: Der Chip explodiert wenn er entfernt wird und der Jugendliche stirbt dabei, ähnlich ist es mit den Seelen, die den Organismus des Menschen töten.Spoilerende. Die Parallellen sind nicht gravierend, fallen aber dennoch auf.

Anfangs zieht sich die Handlung. Es gibt viele neue Informationen für Callie und den Leser zu verdauen und auch bis Callie hinter Helenas Plan kommt dauert es einige Zeit. Dafür wurde das ereignisreiche Ende auf die letzten 50 Seiten komprimiert. Die Handlung hätte besser aufgeteilt sein sollen. Zum Glück gibt es keinen klassischen Cliffhanger, der den Leser im Regen stehen lässt, sondern ein abgeschlosses Ende, welches aber einiges an Fragen offen lässt. Durch den lockeren, jugendlichen Schreibstil konnte ich gleich in Callies Geschichte eintauchen. Nebensächliches wird ausgeblendet, das Hauptaugenmerk liegt auf dem Wesentlichen.

Sie hakte sich bei mir ein. Als wir an Blake vorbeikamen, spürte ich, wie er mir nachstarrte, aber ich vermied es, mich umzudrehen. Stattdessen beobachtete ich Madison. Sie bewegte sich mit langen, selbstsicheren Schritten und ließ die Blicke von Bewunderern an sich abprallen, als sei sie von einem Kraftfeld umgeben. Zwei Ender-Türsteher öffneten uns die hohen Metalltüren. Wir traten hinaus in die frostige Nacht, wo bereits eine größere Schar junger Leute auf ihren Wagen wartete. Madison übergab ihren Zettel einem Angestellten des Parkservices und wandte sich dann mir zu. S.94

Obwohl hier die Ich-Perspektive verwendet wird und ich als Leser Callie noch besser verstehen müsste, bleibt sie für mich ein schöner, gesichtsloser Körper. Sie spielt ihre Rolle als Weltretterin, so wie andere die Familie oder den Bösewicht spielen. Mit keiner Ausnahme hob sich eine Person von den anderen ab, alle waren gleich. Verschwommen und ohne richtige Persönlichkeit. Ich kann nur hoffen, dass die angedeutete Dreicksgeschichte nicht weiter ausgearbeitet wird, sondern so bleibt, wie es das Ende verspricht. Bleiben wir gleich bei der Liebesgeschichte, diese wirkt aufgesetzt, als müsse die Autorin einen Füller für die Handlung finden. Gibt es denn keine Dystopien ohne Liebesgeschichte ?!

Fazit: Die Grundidee ist klasse, nur an der Umsetzung happert es. Die Charactere bleiben blass und undurchsichtig. Allgemein habe ich mich gut unterhalten gefühlt, jedoch fehlte das gewisse Etwas, daher kann ich nur 3, 5 von 5 Punkten vergeben

Kommentare:

  1. Wirklich schön geschriebene Rezension :)
    "Starters" stand eigentlich seit längerem bereits auf meiner Wunschliste, aber nachdem ich nun schon mehrere eher negative Rezensionen gelesen habe, bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob ich es mir kaufen sollte.
    (Eine wirklich tolle Dystropie ohne Liebesgeschichte wäre auf jeden Fall "Die Welt wie wir sie kannten" von Susan Beth Pfeffer - kann ich dir nur empfehlen. :))

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, die Bücher sind gleich mal auf meinem Wunschzettel gelandet :)

      Löschen

Ich freue mich über jedes Kommentar :)