Rezension: Ein ungezähmtes Mädchen





Ein ungezähmtes Mädchen

Originaltitel: Överenskommelser
Autor: Simona Ahrnstedt

Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: Juli 2012
Gebundene Ausgabe mit 528 Seiten

ISBN: 978-3805250283
Preis: 19,95€
Empfehlung: für Erwachsene

 Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Im Dezember 1880 begegnen sie sich zum ersten Mal: Beatrice Löwenström, die nach dem Tod ihrer Eltern das biedere Heim des Onkels kaum verlassen hat, und der so wohlhabende wie charismatische Seth Hammerstaal werden einander in der Stockholmer Oper vorgestellt – zwischen ihnen knistert es auf Anhieb. Danach kreuzen sich ihre Wege immer wieder: auf Bällen, Jagdaus ügen und Landpartien. Bald erkennt Beatrice, dass sie und Seth mehr verbindet als bloße Leidenschaft. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr Onkel sie längst dem hartherzigen Grafen Rosenschöld versprochen hat und dass dem jedes Mittel recht ist, seine Ansprüche an sie geltend zu machen und den rothaarigen Wirbelwind zu zähmen …

Inhalt: Beatrice ist ein lebhaftes Mädchen, die bei ihrem Onkel und seiner Familie lebt, weil ihre Eltern vor vielen Jahren verstorben sind. Freude bereitet ihr nur ihre Kusine Sofia. Bei einer Opernaufführung begegnet sie Seth Hammerstaal, der die Augen nicht von ihr wenden kann. Immer wieder treffen Seth und Beatrice treffen bei Veranstaltungen immer wieder aufeinander und verlieben sich ineinander. Aber die junge Liebe steht unter keinem guten Stern, denn nicht einmal Beatrice selbst weiß, das sie an einen Grafen versprochen wurde.

Meinung: Liebesgeschichten lese ich nur sehr selten und oft bin ich genervt von der Liebesplänkelei und den Treueschwüren, die dann noch nicht eingehalten werden. Die Aufmachung und der Inhalt sind kitschig und deshalb lasse ich lieber die Finger davon. Aber hier war das anders. Die durchweg positiven Rezensionen machten mich neugierig und der Schutzumschlag von Ein ungezähmtes Mädchen ist einfach wunderschön. Er zeigt eine junge rothaarige Frau, eingerahmt, als wäre sie ein Portrait.

Der Inhalt konnte mich aber auch überzeugen. Ein ungezähmtes Mädchen ist Simona Ahrnstedts Debutroman und dieses Jahr erschien ihr zweites Buch im Original, welches ich mir mit Sicherheit auch mal anschauen werde, sobald es auf Deutsch erscheint. Zurück zum Thema. Die Autorin haucht ihren Personen Leben ein, macht sie liebenswert, authentisch und für den Leser anspechend. Sie hat einen flüssigen Schreibstil, bildhaft und lässt einen durch das Buch gleiten. Die Landschaften Schwedens und Frankreichs im 19. Jahrhundert werden anschaulich beschrieben und man wünschte sich sofort an diesen Ort. Außerdem wird auf die unterschiedlichsten Personen eingegangen und so lernt der Leser alle besser kennen. Es waren viele Personen dabei, die man gerne als Freunde hätte, aber auch Männer, die

Die Liebe der beiden Protagonisten finde ich sehr glaubwürdig. Endlich konnte ich das Buch genießen, ohne daran denken zu müssen, das eventuell noch ein zweiter Mann auftauchen könnte. Als Leser hat man nie gezweifelt, das am Ende Seth und Beatrice zusammen sind. Ob das stimmt müsst ihr selbst heraus finden. Die Entscheidungen sind nachvollziehbar, wurden aber durch Intrigen und Lügen erzwungen, von Menschen, die gegen die junge Liebe sind. Würde es eine richtige Ausspache zwischen den Beiden geben hätte es das Buch gar nicht wirklich gegeben, also hatte das schon einen Sinn, denn auf so ein schönes Buch hätte ich nur ungern verzichtet.

Insgesamt gibt es 43 Kapitel und weil sich die Geschichte innerhalb von 2 Jahren an verschiedenen Orten abspielt gibt es unter jedem neuen Kapitel eine Zeit- und Ortsangabe. Der Titel Ein ungezähmtes Mädchen passt zum Inhalt des Buchs, denn mit ihren Vorstellung vom Leben und der Liebe ist Beatrice schon weiter als die meisten Frauen und Männer, die der Meinung sind, dass der Mann über der Frau stehe und die Frau nicht zu denken habe. Aber auch der Originaltitel Överenskommelser, der so viel bedeutet wie Vereinbarung oder Vertrag passt zur Situation von Beatrice.

Fazit: Romantisch. Authentisch. Bildhaft. Einfach wunderschön,
aber irgendwie fehlte der letzte, zündende Funke.
4,5 von 5 Punkten

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