Rezension: Frankenstein

Frankenstein oder der moderne Prometheus

Autor: Mary Shelley
Originaltitel: Frankenstein or the modern Prometheus

Verlag : Econ
Erscheinungsdatum: Mai 1994 (original 1818)
Taschenbuch mit 327 Seiten

ISBN: 978-3612271594
Preis: -
Empfehlung: für Erwachsene

Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Victor Frankenstein ist ein junger Wissenschaftler, der sich nicht mit bloßen Theorien begnügt. Sein Ehrgeiz läßt ihn nicht ruhen, bis es ihm gelingt, aus Leichenteilen ein künstliches Wesen zu schaffen und dann zum Leben zu erwecken...

Meinung: Dieses Buch wird keine Sternebewertung erhalten. Das hat nichts damit zu tun, dass das Buch schlecht war, sondern damit, dass das Buch schon sehr alt ist und einfach nicht von mir bewertet werden kann. Der Unterschied von  1818 und 2012 ist einfach zu groß, als das ich es bewerten könnte. Ich werde meine Meinung dazu schreiben, wie bei einer normalen Rezension, aber es wird halt einfach keine Sternebewertung bekommen.

Bestimmt kennt jeder die Szene in der Victor Frankenstein in seinem dunklen Turmzimmer steht, ein Blitz schläft ein und das Monster wird zum Leben erweckt. Diese Horrorvorstellung ist zum Glück nicht im Buch vorhanden, denn diese Szene hätte gar nicht dazu gepasst. Frankenstein hat nichts mit gewalttätigem Horror zu tun, es ist ein seelischer Horror: für Victor und seine Schöpfung. Man empfindet oft negative Gedanken gegenüber Victor, da dieser ein äußerst Ich-bezogener Mensch ist und gerne mal nur an sich denkt. Außerdem ist das Buch aus seiner Perspektive geschrieben, sodass der Leser gleich doppelt so viel von ihm erfährt. Anderen Personen kommen auch vor, aber Victor hat natürlich immer größere seelische Schwerzen. Mitleid hat man jedoch mit dem Monster, Frankensteins Schöpfung. Es hat einige Kapitel, in der es seine Geschichte erzählt, wie er Sprechen und Lesen lernte, wie er die Menschen lieben und dann hassen lernte. Aber mit der Zeit wurde auch das Monster unsymphatisch, da es Menschen ermordete, die lieb und nett waren und mit der eigentlichen Sache nichts zu tun hatten.

In dem Buch sind zusätzlich noch ein Vorwort der Autorin und Hinweise und Anmerkungen von Christian Grawe, die sehr interessant sind. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch von vorne bis ganz hinten zu lesen. So erfährt man mehr über das Leben der Autorin und wie sie dazu kam, Frankenstein zu schreiben. Die Thematik des Buchs selbst ist teilweise sehr interessant, wurde aber an vielen Stellen falsch umgesetzt. Hauptthema sind die Gefühle von Frankenstein und zwischendurch auch die des Monsters. Grusel ist fast nicht vorgekommen.

Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angemessen. Sie ist verständlich, aber durchdachter, die Sätze sind länger und poetischer. Schwierigkeiten hatte ich nur, wenn um mich herum viel Lärm war.

Ich habe aber nicht nur Gutes über Frankenstein zu erzählen. Der ist nämlich ein echter Pienser. Seitenlang werden seine Strapazen erläutert, wie es ihm geht und warum und er kann doch niemals mehr glücklich werden. Und er ist ja ach so krank, monatelang (und das mehrmals) liegt er in einem komatösen Zustand, kann einfach nichts gegen seine seelischen Schmerzen machen. Kurz gesagt: er war nervig. Wenn er dann auf Reisen war beschrieb er seine Landschaft immer gerne und seine Reise von Genf nach sonstwohin wir auch ausführlich beschrieben. Schließlich konnte er sich da endlich mal wieder der Schönheit der Natur widmen und gleichzeitig will er die Gesetze der Natur ignorieren.

Fazit: Als Literatur Fan sollte bestimmte Bücher einfach gelesen werden und Frankenstein gehört für einfach dazu. Begeistert war ich zwar nicht, aber wie gesagt, ich kann ein Buch von 1818 nicht mit einem von 2000 vergleichen. 

Kommentare:

  1. Ich fand es großartig, eine der besten Gothic Novels des 19. Jh. und voll von Gesellschaftskritik, was für eine weibliche Autorin doch recht gewagt war - selbst wenn es sich um die Tochter von Mary Wollstonecraft handelt. =D
    Ist halt School of Terror und nicht School of Horror!, aber die mag ich sowieso lieber.:-)

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