Rezension: Das Meer der tausend Seelen

Das Meer der tausend Seelen

Autor: Carrie Ryan
Originaltitel: The Dead Tossed Waves

Verlag : Heyne
Erscheinungsdatum: September 2012
Taschenbuch mit 480 Seiten

ISBN: 978-3453529779
Preis: 8,99€
Empfehlung: für Erwachsene

Teil einer Reihe: Ja
1. Wald der tausend Augen (2011) (zu meiner Rezi)
2. Das Meer der tausend Seelen
3. Die Stadt der tausend Schatten (März 2013 )

Kurzbeschreibung: Die junge Gabry lebt mit ihrer Mutter Mary in Vista, einer der wenigen geschützten Zonen des Protektorats. Für die Bewohner von Vista gibt es nur eine Regel: Verlasse niemals die schützenden Mauern der Stadt! Denn draußen warten die Mudo, deren unstillbarer Hunger tödlich ist. Als Gabry, ihre große Liebe Catcher und seine Schwester Cira eines Abends dieses Gebot missachten, kommt es zur Katastrophe ...

Meinung: Lange habe ich auf den 2. Band eines meiner Lieblingsbücher gewartet. Ich kann mich an Marys Geschichte noch genau erinnern. Mary spielt auch hier eine Rolle. Sie ist die Mutter von Gabry, der Protagonstin. Bevor man dieses Buch liest verwirrt einen der Klappentext vom 3. Band und ich bin froh, endlich zu wissen, wer Annah ist und was sie mit dem Ganzen zu tun hat. Zum Schluss haben Annah, Mary und Gabry eine Verbindung und darüber bin ich sehr froh, denn ich dachte, in dieser Trilogie gehe es einfach nur um verschiedene Menschen, die nicht miteinander verbunden sind.

Das nur vorab. Über den Inhalt möchte ich jetzt schreiben. Gabry lebt in Vista, in einer sicheren Stadt. Sicher vor den Mudo und Breakern und darüber ist sie froh. Sie möchte diese Stadt nie verlassen, denn sie bevorzugt die Sicherheit. Aber als eines Nachts sie und ihre Freunde über den Zaun klettern um zu dem Vergnügungspark zu gehen passiert das Unglaubliche. Ein Breaker taucht auf, bringt Tod und den Infekt zu den Freunden. Gabry kann wegrennen, aber die anderen werden von den Miliz gefangen genommen und werden nun bestraft. Nur Catcher ist in der Stadt außerhalb verschwunden und Gabry muss ihn finden.

Bleiben wir gleich bei der Handlung. Diese war spannungsgeladen, temporeich und lies einem kaum Luft zum Durchatmen. Gleich am Anfang passiert sehr viel: die Nacht im Park, der Angriff, die Wahrheit über Mary und Gabry, das Kennenlernen mit Elias und auch im weiteren Verlauf der Geschichte kommen Geheimnisse ans Licht, schreckliche und großartige Entdeckungen werden gemacht und schließlich kommt der Tag, an dem *Spoiler Gabry mit ihren Freunden fliehen muss Ende* Langweilig wurde es nie, die Spannung blieb von Anfang bis Ende auf einem recht hohen Level und verleitet zum Lesen, obwohl man eigentlich andere Sachen machen sollte. So habe ich den ganzen Samstag Abend damit verbracht, das komplette Buch zu lesen.

>>Gabrielle.<< Sie nimmt meine Hand und lächelt. >>So ist das Leben.<< Sie zuckt mit den Schultern und schaut mich an. >>Man trifft die Wahl, entweder man lebt es oder man lebt es nicht.<< S.383
Wir werden immer überleben. Es gibt immer Hoffnung. S. 398

Die Charactere fand ich sehr authentisch. Gabry liebt die Sicherheit, was in solch einer Welt wohl jeder nachvollziehen kann. Man kann aber auch Cira, Gabrys beste Freundin, verstehen, warum sie aus einer solchen Welt ausbrechen möchte. Gabry zeigt Parallelen mit Mary, beide brechen als Kinder auf und werden auf ihrer Reise erwachsener. Die Nebenpersonen machen übrigens einen Großteil der Handlung aus. Wären sie nicht, würde sich weder das Buch noch Gabry weiter entwickeln. Insgesamt waren sie gut ausgearbeitet, waren symphatisch, hatten aber auch ihre Macken und wirken völlig echt. Übrigens genau wie die Welt in der Gabry lebt. Umzingelt von Mudo und Breakern, eingezäunt in Dörfern. Einzig der Alltag der Menschen kam zu kurz. Mich hätte interessiert, wie die Menschen leben, ohne Strom, Wasser. Auch über den Anfang der Infizierung ist nichts bekannt. Darüber wünsche ich mir Informationen im 3. Band, wobei ich wenig Hoffnung habe.

Man kann Das Meer der tausend Seelen problemlos lesen, ohne Band 1 zu kennen. Jedoch empfehle ich Wald der tausend Augen trotzdem vorher zu lesen. Es sind nur kurze Sätze, aber sie bedeuten unheimlich viel. Sonst wüsste ich nie von wem Gabrielle, Gabry, ihren Namen hat und hätte darüber nicht schmunzeln können, denn *Spoiler, für die, die Band 1 nicht kennen Gabrielle war damals der Anfang vom Ende für Marys Dorf. Ende* Außerdem wird in Band 2 erklärt, was nach Marys Flucht aus dem Dorf passierte und das war sehr interessant.

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Angenehm, flüssig und einen Hauch poetisch. Detailreich werden Personen und Orte, Gefühle und Gedanken beschrieben. Dabei ist es nie langweilig, fesselnd trifft besser.
Die Geschichte ist aus Gabrys Perspektive geschrieben und somit können wir uns ihr "ihre" Welt und sie besser hineinversetzen. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger und macht wieder Lust auf den nächsten Band, den ich definitiv lesen werde.

Fazit: Grandiose Handlung, authentische Charactere und ein toller Schreibstil machen dieses Buch absolut empfehlenswert. Mir fehlten jedoch ein wenig Hintrgrundinfos rund um das Alltagsleben. Es war genauso gut wie sein Vorgänger und erhält die gleiche Wertung.

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