Rezension: Shirley

Shirley

Autor: Charlotte Bronte
Originaltitel: Shirley A. Tale

Verlag : Manesse-Verlag
Erscheinungsdatum: März 1989 (Original 1849)
Gebundene Ausgabe mit 960 Seiten

ISBN: 978-3717517665
Preis: 26,90€
Empfehlung: für Erwachsene

Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Neben dem grandiosen viktorianischen Sittengemälde "Jane Eyre", mit dem Charlotte Brontë zwei Jahre zuvor schlagartig berühmt wurde, ist "Shirley", 1849 erschienen, der zweite bedeutende Roman der großen englischen Dichterin über eine außergewöhnliche Frauenfigur. Vor dem Hintergrund der Arbeiterunruhen zur Zeit der wirtschaftlichen Depression am Beginn des 19. Jahrhunderts erzählt er die aufrüttelnde Geschichte der vermögenden und charakterstarken Gutsherrin Shirley Keeldar, die sich um der wahren Liebe willen entschlossen über die erstarrten Konventionen und den Standesdünkel ihrer Zeit hinwegsetzt.

Meinung: Vor knapp einem halben Jahr (klick) habe ich mir das Buch gebraucht in der Bücherei für weniger als 50cent gekauft und bekam erstmal einen riesen Schock als ich den Original Preis sah. 26,90€ und bezahlte höchstens 40cent dafür. Einfach unglaublich.

Dieses Buch war mein Wartezeiten Buch. Ich nahm es mit in die Schule, las es davor, während ich auf die anderen Schüler wartete und nach der Schule, wenn ich auf meinen Bus wartete. Deshalb, und weil es mich anfangs langweilte, habe ich über ein halbes Jahr für das 900 Seiten Buch gebraucht.

Der Einstieg fiel mir schwerer als sonst. Im ersten Kapitel geht es nur um Männer, die später zwar noch vorkommen, aber keine große Rolle spielen. Eigentlich geht es um Caroline und Shirley. Caroline ist die Pfarrersnichte und verliebt in Robert Moore. Von den 4 Protagonisten sind nur die Beiden von Anfang an dabei. Shirley taucht ungefähr in der Mitte auf und Louis erst auf den letzten 200 Seiten.

Die Autorin erzählt eine wunderschöne Liebesgeschichte von 2 Frauen, die sich im Männerdominierten England des 19. Jahrhunderts, durchsetzen, ihre Träume verfolgen und sich ihr eigenes Happy End basteln. Es ist sehr gut dargestellt, wie das Leben damals war. Der Unterschied zwischen arm und reich und besonders Mann und Frau. Außerdem sind die Gefühle und Handlungen der Personen immer nachvollziehbar und regen zum Nachdenken an.

Der Schreibstil ist sehr ausführlich, was mir anfangs Probleme bereitete. Menschen, Szenen, Orte werden so ausführlich beschrieben, das der rote Faden verloren geht und erst Seiten später wieder auftaucht. Allerdings ist alles sehr poetisch und ich habe bisher in keinem Buch so viele schöne Zitaten gelesen wie hier. Dazu wird es aber einen Extra Post geben.
Eine wehmütige Schönheit lag für sie in dieser Nacht und dieser Landschaft. Sie wäre so gern glücklich gewesen, hätte so gern inneren Frieden gefunden! Sie verstand nicht recht, warum die Vorsehung kein Mitleid mit ihr hatte, ihr nicht helfen oder trösten wollte. Erinnerungen an manch glückliches Stelldichein zweier Liebender von denen uns die alten Lieder singen, zogen ihrdurch den Sinn; sie dacht, wie glückselig so etwas in solch einer Umgebung sein müsse. Wo Robert jetzt wohl war ? überlegte sie. Nicht in Hollow`s Mill; sie hatte lange vergeblich auf seine Lampe gewartet. Sie fragte sich, ob das Schicksal Moore und sie noch einmal zusammentreffen und miteinander sprechen lassen wollte.  S. 275/276
Ihr lest, es ist nicht immer ganz einfach gestrickt, kann aber dennoch gelesen werden. Nach ungefähr der kam ich damit gut zurecht und fand immer mehr Gefallen an der Geschichte. Ich war gespannt ob Caroline und ihr Robert sich zusammen raufen, war gespannt auf Louis, wie Shirley auf ihn reagiert und wie diese Beiden zueinander finden. Die letzten Hundert Seiten habe ich nur so verschlungen und haben mich nicht enttäuscht.

Fazit: Dieses Buch wird ohne Sterne Bewertung auskommen. Es war unterhaltsam, hatte aber seinen Längen. Die Charactere waren allesamt liebenswert und, genau wie Handlung und Landschaften, gut und ausführlich beschrieben.


Kommentare:

  1. Puh ich muss ja zugeben, ich habe mir eher durch das Buch gekämpft.

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    1. hab ich anfangs auch, aber mit der Zeit wurde es besser :)

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