Rezension: Die Rebellion der Maddie Freeman

Die Rebellion der Maddie Freeman

Originaltitel: Awaken
Autor: Katie Kacvinsky

Verlag: Boje
Erscheinungsdatum: Juli 2011
Gebundene Ausgabe mit 368 Seiten

ISBN: 978-3-414-82300-7
Preis: 15,99
Empfehlung: ab 14 Jahren

Teil einer Reihe: Ja
1. Die Rebellion der Maddie Freeman (2011)
2. in Bearbeitung
3. in Bearbeitung

Kurzbeschreibung: Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen – das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben – und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen?

Meinung: Zu diesem Buch gehen die Meinungen weit auseinander. Bei amazon gibt es Bewertungen von 1 bis 5 Sterne, wobei 5 Sterne am häufigsten vorkommen. Dadurch bin ich immer etwas skeptisch und habe keine Lust ein schlechtes Buch zu lesen. Zum Glück wurde ich hier überraschtund bin doch sehr angetan.

Maddies Vater hat vor einigen Jahren den Weg für die Digital School geebnet und mittlerweile gibt es kein anderes Schulsystem mehr. Jeder wird vor dem PC unterrichtet. Aber dort wird man nicht nur unterrichtet. Der Pc ist das neue reale Leben. Dort trifft man seine Freunde, macht Spaziergänge und Sport. Nur wenn nötig geht man auf die Straße, was sicherlich nicht oft vorkommt. Aber Maddie war schon immer gegen dieses System und als sie Justin trifft wird ihr auch wieder klar, warum sie damals Informationen an sogenannte Rebellen weiter gegeben hat.

Gleich zu Anfang fiel mir Maddies Zwiespalt auf. Sie mag das System nicht und findet sich doch damit ab. Vor 3 Jahren hat sie einer Gruppe geholfen an Informationen zu kommen, aber ihr Vater kam dahinter und seitdem hat sie Hausarrest, bis zu ihrem 18. Geburtstag. Seitdem lebt sie nach seinen Vorstellungen und das kam mir seltsam vor. Man fällt doch nicht von einem Extrem ins Andere. Sie ist natürlich weiterhin gegen die Vorstellungen ihres Vaters, macht aber nichts dagegen. Später sagt sie über sich selbst, sie hätte sich beinahe mit ihrem Leben abgefunden.

Aber da tritt Justin in ihr Leben und macht alles durcheinander. Ganz klar ist er der heißeste Typ, den sie je gesehen hat (und wahrscheinlich auch der Einzige bis dahin) und sie ist sich ihrer Schönheit gar nicht bewusst. Typisch Jugendbuch. Wild drauf los geküsst wurde nicht, da hat sich die Autorin viel Zeit gelassen. Beide bezeichnen sich als Freunde, wobei schnell bemerkbar wurde, dass sie ineinander verliebt sind.

Allgemein haben mir die Charactere gut gefallen. Sie reagierten authentisch, hatten Angst und waren nicht oberflächlich (außer bei der jungen Liebe). Besonders Clare war mir symphatisch und auch Justin ist ein netter Kerl, der Gefühle zeigen oder auch gut verbergen kann. Er steht zu seiner Einstellung gegenüber der Digital School und auch das schöne Zitat ist von ihm.

Die sicherste Art, das Leben zu verpassen, ist herumzustehen und darüber zu reden. S. 100

Die Zukunftsvision von Katie Kacvinsky finde ich peersönlich sehr erschreckend. Aber schon jetzt sind wir dem näher als wir denken. Soziale Netzwerke bestimmen den Alltag von vielen und Zeit mit Freunden wird nur noch vor dem PC verbracht. Genau so sieht es auch im Buch aus, nur noch viel extremer. Niemand geht mehr vor die Tür, nur wenige Menschen leben offline und werden dafür schwer kritisiert und von der Regierung als Bedrohung gesehen. So könnte es in Jahren bei uns auch aussehen und das macht das Buch für mich so real und schecklich. Denn wer erstmal von Computern abhängig ist findet schwer den Weg in die Realität zurück. "Schuld" an der Digital School Verordnung war übrigens die wachsende Kriminalität auf Schulen. Der ausschlaggebende Tag war der 28 März 2049, an dem 17 Grunschulen mit Bomben gesprengt wurden und über 100 Kinder starben.

Die Handlung um Maddie und Justin war recht einfach gestrickt. Sie lernen sich in einem Chat kennen, freunden sich offline an und Maddie entfernt sich immer mehr von der digitale Welt um das richtige Leben zu genießen, sodass ihr Vater irgendwann Konsequenzen zieht. Viel passiert nicht und auch gegen die momentane Regierung wird wenig ausgerichtet. Der erste Band einer Trilogie wurde dafür genutzt, uns die Personen und die Welt in der sie leben vorzustellen. Auch von einer Rebellion kann nicht wirklich gesprochen werden. Maddie ist nie die Schlüsselfigur gewesen, eher eine Randfigur, die zuschaut, wie Justin "die Welt rettet". Langweilig wird es trotzdem nie, denn Justin macht seine Sache sehr gut. Aber eine richtige Spannung hat sich trotzdem nie aufgebaut.


Fazit: Die Grundidee war genial, allerdings hätte die Umsetzung besser sein können. Die Charactere waren mir symphatisch auch wenn Maddie an einer bestimmten Stelle sehr naiv war und der Buchtitel so gar nicht zum Inhalt passte.

Definitiv werde ich mir das Buch und den Folgeband kaufen !

Kommentare:

  1. Schöne Rezi! Mir hat das Buch auch gefallen und ich hätte wegen dem Titel auch mit einer richtigen "Rebellion" gerechnet aber trotzdem fand ich es gut. :)
    Lg Steffi

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    1. Danke :)

      Es war halt doch ein wenig irreführend, aber trotzdem sehr gut.

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  2. Das Buch steht schon seit längerem auf meiner Merkliste. Die Rezi hat mich überzeugt - wenn es jetzt bald als TB rauskommt, wird es dann vielleicht bald auf meinem SuB landen ;)

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    1. Freut mich, dass ich dich überzeugen konnte :)

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Ich freue mich über jedes Kommentar :)