Rezension: Gute Geister

Gute Geister

Originaltitel: The Help
Autor: Kathryn Stockett

Verlag: btb
Erscheinungsdatum: März 2011
Gebundene Ausgabe mit 608 Seiten

ISBN: 978-3-442-75240-9
Preis: 21,99€
Empfehlung: für Erwachsene

 Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Jackson, Mississippi, 1962: Die junge Skeeter ist frustriert. Nach dem Studium verbringt sie die Tage auf der elterlichen Baumwollfarm, als einzige ihrer Freundinnen ohne einen Ring am Finger. Sehr zum Missfallen der Mutter. Doch der Mann, mit dem ihre Freundinnen sie verkuppeln wollen, ist ein hochnäsiger Snob. Und dann ist auch noch ihr schwarzes Kindermädchen, bei dem sie stets Trost fand, spurlos verschwunden. Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Und um diesem Ziel näher zu kommen, verbündet sie sich mit zwei Dienstmädchen, die ebenso unzufrieden sind wie sie: Aibileen zieht inzwischen das siebzehnte weiße Kind auf. Doch nach dem Unfalltod ihres einzigen Sohnes ist etwas in ihr zerbrochen. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Und gemeinsam beschließen die drei außergewöhnlichen Frauen, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Denn sie alle haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern – in ihrer Stadt und in ihrem eigenen Leben.

Meinung: 3 verschiedene Sichtweisen zeigen die Geschehnisse in Jackson. Von Skeeter, die etwas verändern und nicht wie ihre Freundinnen leben möchte. Sie möchte in New York Journalistin werden und verbündet sich mit Aibileen, Minny und weiteren schwarzen Hausmädchen. Aus Minnys und Aibileens Sicht gibt es die weiteren Kapitel.

Ich hatte etwas anderes erwartet. Ich dachte, es gehe um die Geschichten der einzelnen Frauen und wie diese damit zurecht kommen. Aber eigentlich handelt das Buch davon, wie Skeeter sich entwickelt, die Idee zu dem Buch hat, dieses schreibt und von weiteren alltäglichen Situation. Aber das ist keineswegs langweilig. Minny und Aibileen erleben schreckliche Dinge. Nachbarn werden vor den Augen der eigenen Kinder ermordet. Ein junger Mann verliert sein Augenlicht, weil er eine Toilette für Weiße benutzen wollte. Es ist ein sehr erschütterndes Buch über das Leben in früheren Zeiten. Kaum vorstellbar und doch ist das alles passiert, nur noch viel schlimmer.

Anfangs hatte ich Bedenken wegen des Schreibstils. Die Frauen erzählen die Dinge aus der Ich-Perspektive und grammatikalisch richtig ist das definitiv nicht. Allerdings war es durch die Abwechslung zwischen Minny, Aibeleen und Skeeter gar nicht so extrem. Und auch überhaupt nicht anstrengend oder nervend. Mein Lesefluss wurde dadurch jedenfalls nicht gestört.

Wirklich entsetzlich finde ich die Tatsache, dass das erst vor ca. 50 Jahren passiert ist. Und noch heute ist die Welt nicht frei von Rassismus. Bücher wie Gute Geister rütteln den Leser wach und einem wird klar, wie grausam die Menschen mal wieder waren, bzw. immer noch sind. Der Roman selbst ist fiktiv, also frei erfunden, aber genau so hätte das alles in einer Stadt passieren können.

Die Personen waren gut characterisiert. Nach den ersten Kapiteln weiß man, wer wer ist und vergisst das auch nicht mehr. Selbst die Nebenpersonen bleiben einem gut in Erinnerung, manchmal gut, manchmal schlecht. So tat mir Mae Mobley schrecklich leid und für Hilly hatte ich nur Verachtung übrig. Die Autorin hat fast eine ganze Stadtgemeinschaft erschaffen und das ist ihr wirklich gut gelungen. Es gibt die guten weißen Ladys, deren Ehemänner und Kinder, die schwarzen Dienstmädchen und deren Familie. Alles ist miteinander verstrickt und wirkt wie eine echte Geschichte.

Wer auf ein Happy End hofft wird leider enttäuscht. Wie heißt es so schön: Das Leben ist kein Ponyhof ! und das war es für diese Frauen zu dieser Zeit sicherlicht nicht.

Fazit: Ein erschütternder Debutroman über das Leben schwarzer Dienstmädchen zu einer Zeit, die voller Rassismus und Hass war. Unbedingt lesen !
Cover und Kurzbeschreibung via btb

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