Rezension: Im Land des Voodoo-Mondes




Im Land des Voodoo-Mondes
Autor: Kathleen Weise

Verlag: Planet Girl
Erscheinungsdatum: September 2011
Gebundene Ausgabe mit 288 Seiten

ISBN: 978-3-522-50263-4
Preis: 14,95 €
Empfehlung: ab 13 Jahren

Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Saint-Domingue 1789. Als die junge Französin Éloise mit dem Schiff auf der Karibikinsel landet, weiß sie noch nicht, was sie auf der Zuckerrohrplantage ihres Onkels erwartet: warme Sommernächte voller Blütenduft, aber auch das Leid der Sklaven und das unheimliche Trommeln, mit dem nachts die Geister beschwört werden. Als Éloise sich in den gut aussehenden Gabriel verliebt, gerät sie mitten in die Rassenkonflikte, die unter der scheinbaren Inselidylle schwelen. Und in den Bann des Voodoo. Albträume verfolgen sie, gefährliche Unfälle häufen sich. Gemeinsam mit Gabriel sucht Éloise nach Antworten.

Meinung: Der Klappentext verspricht ein atmosphärisches Werk über Voodoo, Rassenkonflikte und Liebe. Aber ich wurde enttäuscht. Hauptsächlich geht es um langweilige Nebentätigkeiten.

Wie schon gesagt, der Inhalt war nicht so berauschend. Der Prolog beginnt vielversprechend  mit einer Calenda in die Èloise gerät und aus der Tanguy sie rettet. Danach geht es weiter mit mit der Reise zu Èloises Onkel zu dessen Plantage. Dort begegnen sie Sklaven und all dem Leid. Allerdings nur oberflächlich. Èloise reitet genau 1 Mal über die Plantage und rettet einen Sklaven vor Peitschenhieben und das wars dann. Da hätte ich einfach mehr erwartet. Nach der 100. Seite passieren die ersten seltsamen Dinge, die Èloise beinahe das Leben kosten und von da an beginnt es -langsam- interessant zu werden. Aber wirklich nur sehr langsam. Irgendwann begegnet sie Gabriel und sie verstrickt sich immer weiter in die Magie der Einwohner. Das alles hört sich wirklich alles sehr interessant und spannend an. Wäre es auch, wenn es sich nich über 250 Seiten ziehen würde. Ist dann die Nacht des großes Showdowns da verpufft sich die Spannung und das Geheimnis und das Problem lösen sich von selbst.

Hier ein großer Spoiler zum Ende: Wenn doch Èloise schon im Schuppen des Hûngan Tullius ist, der ihre Seele will, weil er mit einem Mann ein Abkommen geschlossen hat, dann stürzt sich doch der Schlangengott des Hûngan nicht auf den Mann, weil er schon sooo lange auf das Mädchen wartet, wenn dieses doch genau daneben steht ?! Wo ist da die Logik ? Hauptsache ein einfaches Ende gewählt. Ist da der Autorin nichts besseres eingefallen ? Und warum der Mann die Seele verkauft hat ist mir immer noch leicht schleierhaft und was Éloises Mutter damit zu tun hat verstehe ich nicht mal ansatzweise.

Den Schreibstil dagegen find ich sehr gelungen. Kathleen Weise schreibt sehr poetisch und gefühlvoll, mit vielen langen Sätzen, die zum Träumen einladen. Die Landschaften und Situationen kann sie so real beschreiben, dass ich das Buch zu keinem Zeitpunkt abbrechen wollte, obwohl der Inhalt langweilig war. Schon allein wegen des Schreibstils lohnt es sich, das Buch zu lesen.

Die Charactere sind sind greifbar, bleiben aber eher schwach in Erinnerung. Èloise ist jung und verliebt in Gabriel. Sie hat Mitleid mit den Sklaven und ist auch bei ihren Bediensteten nicht so streng. So wächst sie mit dem schwarzen Tanguy auf, er ist für sie eher wie ein Freund und auch Nadine ihre Zofe behandelt sie eher als Freundin. Sie ist ein warmherziger Mensch und hebt sich mit ihrem Verhalten von den Menschen in ihrem Zeitalter ab. Gabriel ist halt der gutaussehende junge Mann mit einer noch schöneren Mutter, die ganz zufällig Èloise helfen kann. Über den Vater, den Onkel, Tanguy, Nadine erfährt man eher wenig und relevant für die Handlung ist es nicht. So wird nur Èloise hervor gehoben und es ist kein Wunder, dass man sie mag.

Fazit: Ein guter Schreibstil reicht nicht aus, dem Buch fehlt es an Tiefgang. So bleiben die Charactere oberflächlich und die Handlung langweilig.
Cover und Kurzbeschreibung via Planet Girl

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