Rezension: Kälte

Kälte

Originaltitel: Trapped
Autor: Michael Northrop

Verlag: loewe
Erscheinungsdatum: August 2012
Taschenbuch mit 256 Seiten

ISBN: 978-3-7855-7428-7
Preis: 6,95 €
Empfehlung: ab 13 - 16 Jahre

Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Es schneit wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Scotty und seine Freunde Pete und Jason gehören zu den letzten sieben Schülern ihrer Highschool, die darauf warten, nach dem Unterricht abgeholt zu werden. Bald jedoch wird klar, dass niemand mehr kommen wird. Anfangs scheint es noch gar keine so schlechte Sache zu sein, den Abend und schließlich die Nacht in der Schule verbringen zu müssen – immerhin sind die zwei süßen Mädchen Julie und Krista mit von der Partie. Doch als zuerst der Strom ausfällt, dann die Heizung, schließlich die Wasserleitungen einfrieren und der Schnee draußen immer höher steigt und sie in Dunkelheit hüllt, liegen die Nerven blank – und plötzlich geht es ums nackte Überleben.

Meinung: Was könnte besser in diese Jahreszeit passen als ein Buch über Jugendliche, die in ihrer Schule eingeschneit sind ? Ok, blöde Frage.

Scotty Weems bleibt an diesem bedeutenden Tag mit seinen Freunden Pete und Jason länger in der Schule um das Gokart aufzumöbeln. Eine gute Idee war das aber nicht, denn während die Zeit verstreicht wird der Schneesturm immer stärker, bis schließlich niemand mehr die Schule verlassen kann. Lehrer Gossel will Hilfe holen und es bleiben nur 7 Schüler übrig. Eine Zeit des Wartens und der Angst beginnt. Werden sie die Schule wieder lebend verlassen ? Irgendwann wird es Zeit zu handeln, aber ist dafür noch genug Zeit ?

Was habe ich eigentich erwartet ? Einen nervenaufreibenden Jugendthriller ? Eine Lovestory ? Oder doch eher einen spannenden Roman ? Im Nachhinein weiß ich das gar nicht mehr so genau. Titel und Klappentext passten zum Winter und so wurde das Buch kurzerhand bestellt. Ich möchte nicht sagen, ich würde enttäuscht, aber ein bischen unzufrieden bin ich schon.

Handlung war wenig vorhanden. Die Jugendlichen sind in der Schule gefangen, lernen sich besser kennen oder auch nicht, müssen an Essen gelangen, sich warm halten und schließlich mit größeren Gefahren und auch dem Tod zurecht kommen. Spannend im Sinne von ich-kann-nicht-mehr-aufhören-zu-lesen sind nur die letzten 4 Kapitel und das Ende hat es richtig in sich. Ein mega Cliffhanger wartet auf den Leser und das bei einem Einzelband. Wer nicht damit klar kommt nicht zu wissen, ob die Jugendlichen überleben sollte die Finger von diesem Buch lassen. Ich bin irgendwie immer noch ganz gefangen vom Ende.

Scotty erzählt uns seine Geschichte. Ich musste mich erst an den Stil gewöhnen, aber mit der Zeit fiel es immer weniger auf und wurde sogar richtig gut. Trotz der persönlichen Anrede durch Scotty konnte ich keinen Bezug zu den Characteren finden. Warum, ist weiter unten zu finden.

»Das bin ich also: Scotty Weems. Ich werde euch durch diese Geschichte begleiten. Gut möglich, dass die anderen manches anders erlebt haben, und ein paar von ihnen hätten das Ganze vielleicht auch besser erzählen können, aber ihr habt keine Wahl. Warum nicht? Tja, zum Beispiel, weil es nicht alle geschafft haben.«  S. 11

Zum Thema selbst möchte ich sagen, dass das echt interessant ist. Allein die Vorstellung eingeschneit zu sein ist erschreckend. Irgendwann ist kein Wasser mehr da, kein Essen, keine Luft. Nur die Umsetzung war nicht so gelungen, wie ich oben schon angedeutet habe. Es war sogar recht langweilig, weil es einfach immer um dasselbe ging. Und doch hat das Ende einiges wieder gut gemacht. Ich bin wirklich total unentschieden, was die Bewertung angeht.

Die Charactere machen weder eine Entwicklung durch, noch sonst irgendwelche Stimmungsschwankungen oder extreme Gefühlsausbrüche. Die Angst ist unterschwellig da, aber viel zu wenig. Was erst ein nachvollziehbares Verhalten ist, nämlich die Situation schön reden, wird später zum echten Problem. Scotty handelt, als es schon fast zu spät ist und wer weiß, was die anderen machen. Nur 1x kam es zu einem Gewaltausbruch, weil Pete Julie falsch verstanden hatte. Aber das wäre wohl auch in einer anderen Situation passiert. Es war wenig authentisch, wie verständlichen die 15 - 16 Jährigen handeln, nicht in Panik verfallen und denken, sie haben alles im Griff. Würde mir das passieren und ich wüsste nicht, ob ich überlebe, ob meine Familie noch lebt, würde ich als allererstes anfangen zu heulen und zu schreiben und hysterisch werden, was sicher jeder als eine völlig normale Reaktion auf eine solche Situation empfinden würde. Vielleicht sind die Jugendlichen aber auch so was von sich selbst überzeugt, das sie gar nicht auf die Idee kommen sie könnten sterben. Erst nach der Hälfte des Buch geht ihnen dieses Lichtlein auf.

Fazit: Als langatmig oder gar langweilig kann ich das Buch jedoch nicht bezeichnen. Es hatte seinen ganz eigenen Bann, der mich auch jetzt noch nicht losgelassen hat. Denn die Idee ist wirklich gut, nur die Umsetzung war nicht so prickelnd. Da hätte defintiv mehr draus werden können.
Cover und Kurzbeschreibung via loewe

Kommentare:

  1. ...die Rezension sagt alles aus! Ging mir auch so...Uneingeschränkt empfehlen kann man das Buch nicht, es ist meiner Meinung nach lockere Unterhaltung für zwischendurch...:-)

    LG

    Kay

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    1. Dankeschön, die Rezension ist ja auch sehr lange, da hat alles reingepasst und doch habe ich das Gefühl, nicht alles geschrieben zu haben. Aber du bringst es auf den Punkt. Es ist einfach Unterhaltung für zwischendurch.

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  2. Hi,
    du bist also meine Blogpatin :). Ich hab gerade dein E-Mail gelesen, danke und muss sagen wirklich schöner Blog.
    Bin jetzt auch gleich mal Leserin geworden.

    Liebe Grüße
    Buntes Pergament

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    1. Jap :)

      Ich verfolge dich auch gleich und schreibe dir demnächst auch wieder auf die Mail eine Antwort.

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Ich freue mich über jedes Kommentar :)