Filmrezension: Sin Nombre

Sin Nombre

Originaltitel: Sin nombre
Regisseur: Cary Fukunaga
Darsteller: Paulina Gaitan, Edgar Flores, Kristian Ferrer,

Produktionsjahr: Mexiko/USA 2009
Spieldauer: 96 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

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Beschreibung: Gewalt gehört zum Alltag von Caspar: Als Mitglied der brutalen Gang Mara Salvatrucha führt er ein Leben auf der Überholspur - Abbremsen unmöglich. Als sich die Ereignisse überschlagen, trifft Casper eine folgenschwere Entscheidung und flieht aus den Fängen der Gang. Auch Sayra sehnt sich nach einer besseren Zukunft und kehrt ihrer Heimat den Rücken. Das Schicksal führt sie mit Casper in dem Moment zusammen, in dem er sich entscheidet, Sayra zu retten und dafür sein eigenes Leben zu riskieren. Gemeinsam stürzen sich die beiden in ein gefährliches Abenteuer. Mutig steht Sayra Casper auf der Flucht vor der Mara zur Seite, während sie durch die mexikanische Landschaft der Hoffnung auf ein neues Leben entgegenfahren ...

Meinung: Die MS13 sind weltbekannt und auch deren Feinde, die Mara 18, sorgen weltweit für Schlagzeilen. In diesem Film geht es um Willy, genannt Casper, der in der MS13 ist. Aber eigentlich will er die Tage lieber mit seiner Freundin verbringen, die in einem anderen Stadtviertel wohnt. Als Lil Mago sie tötet ist Casper am Boden zerstört. Später will Lil Mago ein weiteres Mädchen vergewaltigen und Casper ermordet ihn. Das bleibt nicht unentdeckt und Casper flieht vor der Gang. Er freundet sich mit Sayra an, die sehr an ihm hängt.

Andauernd ist von einer Liebesgeschichte zwischen Casper und Sayra die Rede, aber dem kann ich nicht zustimmen. Caspers Freundin Matha wurde Anfang des Films ermordet und er liebt sie immer noch und trauert. Ich glaube, Sayra braucht einfach einen Beschützer außerhalb der Familie, an den sie sich klammern kann. Vielleicht glaubt sie aber auch an die Worte der alten Frau vor ihrer Abreise

Eine Hexe hat mir gesagt, du kannst alles erreichen was du willst, aber sicher nicht mit Gottes Hilfe, sondern an der Seite des Teufels. 
Die Brutalität ist allgegenwärtig. Manchmal musste ich schlucken und öfters dachte ich, eigentlich ist das doch in echt viel extremer. Zum Beispiel die Szene, in der Smiley Gangmitglied wird. Das Ritual besagt, der Anwärter muss für 13 Sekunden verprügelt werden. Aber irgendwie wirkt das so lasch, wenn "nur" 10 Leute zuschlagen. Und diese Gruppe im Film besteht auch nur aus knapp 20 Leuten, dabei sind in der MS mehrere 10.000 Menschen. Andererseits tötet ein Junge einen Mann ohne mit der Wimper zu zucken, dieser wird dann an die Hunde verfüttert. Überzeugend fand ich die Tattowierungen, die auch im Gesicht der Anführer sind und auch die kleine Träne am Auge war sehr authentisch.

Die Story ist spannend und könnte bestimmt auch so passiert sein. Wir fiebern mit Casper und Sayra mit und hoffen, sie erreichen Amerika unbeschadet. Ob sie es schaffen bleibt bis zur letzten Minute ein kleines Geheimnis, aber es gut und es geht schlecht aus. Lasst euch überraschen.

Grausam schildert der Regisseur den Alltag der Gang, die Trostlosigkeit der Mensche, die Angst , die Morde und die Srupellosigkeit. Die Schauplätze sind ebenso schön und realistisch wie bedrückend. Und auch die Schauspieler wirken echt, als wären sie tatsächlich aus dieser verlorenen Welt. Für einen Debut Film ist das ganz große Klasse.


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