Rezension: Jane Eyre

Jane Eyre

Autor: Charlotte Bronte
Originaltitel: Jane Eyre

Verlag: Gustav Kiepenheuer
Erscheinungsdatum: 1989 (Original 1847)
Gebundene Ausgabe mit 616 Seiten und Nachwort

ISBN: 978-3378001138
Preis: -
Empfehlung: für Erwachsene

Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Auf Thornfield Hall gehen nachts seltsame Dinge vor, über die niemend reden mag. Jane, eine eher unscheinbare, aber recht intelligente junge Frau, arbeitet seit kurzer Zeit hier als Gouvernante. Bald verliebt sie sich heimlich in den düsteren, jähzornigen Mr. Rochester, den Besitzer des Anwesens. Er jedoch scheint sich nur für die schöne Blanche zu interessieren.

Meinung: Ein echter Klassiker der Literatur. Ich bin froh Jane Eyre eine Chance gegeben zu haben, denn nach Shirley war ich doch leicht skeptisch.

Jane Eyre wächst bei ihrer Tante Mrs. Reed und deren 3 Kindern auf. Bei der Familie Reed fühlt sie sich aber gar nicht wohl. Mrs. Reed behandelt sie kalt und herzlos und die Kinder nutzen jede Gelegenheit um Jane zu ärgern und zu demütigen. Mit 10 Jahren wird sie auf das Internat Lowood geschickt. Dort herrschen strenge Regeln und jeder Verstoß wird bestraft. Die Zustände sind erschreckend und nach 6 Jahren als Schülerin und nach 2 Jahren als Lehrerin auf Lowood sucht sich Jane eine neue Arbeit als Lehrerin der kleinen Adele auf dem Anwesen Thornsfield. Mit der Zeit verliebt sie sich in ihren Arbeitgeber Mr. Rochester, aber der jungen Liebe werden einige Hindernisse in den Weg gestellt.

Eine wahrhaft tolle Liebesgeschichte, sogar mit leichter Spannung und einem Hauch Grusel. Mit ihrem Schreibstil beeindruckte sie mich ein weiteres und hoffentlich nicht das letzte Mal. Poetisch und so ehrlich schreibt Charlotte Bronte über das Leben und die Liebe und zeigt, auch damals gab es eingebildete Schnösel und Zicken und Gerechtigkeit stand bei der Menschheit niemals an erster Stelle.

>>Die Neugierde und Aufmerksamkeit des Zuhörers beschleunigt die Kunst des Erzählers.<< S. 253
>>Sir<<, antwortete ich, >> die Ruhe eines Wanderers oder die Besserung eines Sünders sollte niemals von einem Mitmenschen abhängen. Männer und Frauen sterben, Philisophen irren in der Weisheit und Christen in der Tugend. Wenn ein Mensch den Sie kennen, gelitten und gefehlt hat so lassen Sie ihn höher aufblicken als zu seinesgleichen, wenn er Kraft und Trost begehrt, um zu gesunden und sich zu bessern.<< S. 278
Es ist etwas Seltsames um Vorahnungen. Ahnungen, Vorzeichen und Seelenverwandtschaft bilden ein Geheimnis, zu dem die Menscheit noch nicht den Schlüssel gefunden hat. [...] Und nach allem, was wir wissen, sind vielleicht Vorzeichen nichts weiter als ein Ausdruck als ein Ausdruck der inneren Verwandtschaft, die den Menschen mit der Natur verbindet. S. 280
 Junge Damen haben eine besondere Art, einem Menschen zu verstehen zu geben, wie lächerlich er in ihren Augen erscheint, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Ihr anmaßender Blick, ihr kaltes Wesen und ihr nachlässiger Ton lassen über ihre diesbezüglichen Gefühle keine Zweifel, ohne daß sie gezwungen wären, sich durch eine ausgesprochene Grobheit in Wort oder Tat bloßzustellen. S. 291
Aber auch Jane Eyre hatte seine Längen. Von langen Gedankengängen der Protagonistin wurde mir ab und zu langweilig, aber ohne diese hätte es diese tollen Zitate wohl nicht gegeben. Das Buch ist aus der Ich- Perspektive geschrieben und Jane schreibt den Leser öfter persönlich an, wodurch eine Bindung zwischen Leser und Jane entstand, die sehr schwer zu beschreiben ist. Man fühlt sich wie ihre Freundin und kann ihr doch nicht helfen.

Für die damalige Zeit waren ihre Romane sehr skandalös, was bestimmt besonders an den Characteren lag. Diese sind unabhängig, trotzen der Gesellschaft und deren Regeln und versuchen, ihren eigenen Weg zu gehen. Alle Charactere waren sehr liebenswert, gut ausgearbeitet und hatten doch ihre Schwächen, was sie nur noch mehr symphatischer machte.

Einige Wendungen im Buch konnte ich schon erahnen und haben sich bewahrheitet, so auch die Handlung mit ihren Verwandten, die gegen Ende des Buchs erzählt werden. Aber auch das Ende an sich war für mich schon von Anfang an klar und es hätte mich zutiefst erschüttert, wenn es nicht so ausgegangen wäre.

Fazit: Ein großartiger Roman über die Liebe und das Leben.
Bild von mir und Kurzbeschreibung via Gustav Kiepenheuer Verlag

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