[Rezension] Bitterzart (Gabrielle Zevin)

Bitterzart

Originaltitel: All these things that I've done

Autor: Gabrielle Zevin

Verlag: Fischer Jugendbuch
Erscheinungsdatum: April 2013
Gebundene Ausgabe mit 544 Seiten

ISBN: 978-3-8414-2130-2
Preis: 16,99€
Empfehlung: ab 14 Jahren

Teil einer Reihe: Ja
1. Bitterzart
2. Edelherb (?)
3.

Kurzbeschreibung: New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten. Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

Meinung: Ich bin noch zwiegespalten. Einerseits mochte ich die Geschichte um Win und Anya, aber andererseits habe ich irgendwie mehr erwartet. Außerdem übertreibt der Klappentext mal wieder.

Für Anya beginnt ein neues Schuljahr. Die 11. Klasse beginnt mit Küchendienst, denn sie hat ihrem Ex Gable Lasagne über den Kopf gekippt. Aber das ist nicht ihr größtes Problem. Seit Jahren muss sie sich um ihre Geschwister und ihre Nana kümmern und versucht sich so gut es geht aus dem Familienangelegenheiten raus zu halten. Aber schon bald wird ihr klar, dass das schwieriger als gedacht ist.

Ich möchte gleich ein paar Worte zu Anya verlieren. Sie ist eine sehr aufopferungsvolle Schwester, passt auf ihren älteren Bruder Leo und die kleinere Schwester Natty wie eine zweite Mutter auf. Aber manchmal kam mir der Gedanke, dass sie ein wenig zu sehr für ihre Geschwister lebt. Klar, die Familie ist wichtig, aber man sollte sich auch um sich selbst kümmern. Anya ist nett und symphatisch, weiß sich aber gut zu wehren und hat schon so manche Scheußlichkeit er- und überlebt. Sie muss immer die Kontrolle haben, egal um was es geht und dann kann ich sie gut verstehen, ich habe das Gefühl auch öfter, besonders wenn es um dabei um mich geht.
Tragisch ist, wenn am Ende einer tot ist. Alles andere sind nur Huckel auf der Straße. S. 136 
Das ist aber nur ein kleiner Grund, warum sie mit Win keinen Sex möchte. Schließlich ist sie gläubige Katholikin und möchte nicht in die Hölle kommen. Aha. Natürlich. So kann man dem Sex natürlich auch entgehen. Natürlich möchte Anya diese Erfahrung mit Win machen, aber sobald sie sich dazu entschließt, werden sie, so scheint es Anya, als würden sie von einer höheren Macht gestört. Nochmals Aha.

Die restlichen Charactere, die eine Bedeutung haben, mochte ich sehr. Win ist neu an die Schule gekommen und natürlich sofort von Anya gefesselt. Ich mag ihn, jedoch blieb das Feuer aus. Ganz im Gegensatz zu Scarlett, Anyas bester Freundin. Scarlett ist ein ausgeflippter Mensch und ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Auch sie findet nur schwer Anschluss, weil sie sich ausergewöhnlich kleidet, merkwürdige Interessen hat. Ein Blick hinter die Fassade und man entdeckt das wundervollste Mädchen und die beste Freundin der Welt. Ebenso ist es mit Leo. Er hatte in seiner Kindheit einen schweren Unfall und dadurch ist er ein wenig schwer von Begriff, aber er ist die Liebenwürdigkeit in Person. Und auch Natty ist eine super Schwester, wie man sie sich wünscht.
All diese Zähne hatten einst zu echten, lebendigen Menschen gehört, die gesprochen, gelacht und und gegessen, gesungen und geflucht hatten.Sie hatten sich die Zähne geputzt, Zahnseide benutzt und waren gestorben. In Englisch lasen wir Gedichte über den Tod, aber hier, direkt vor mir, lag ein Gedicht über den Tod. Nur dass dieses Gedicht wahrhaftig war. S. 41
Die Handlung konnte mich mitreißen. Irgendwann habe ich die letzten 300 Seiten an einem Stück gelesen. Allerdings lag das auch am Schreibstil, denn die Handlung an sich war eher mittelmäßig und kommt lange nicht zum Punkt. Trotzdem war es schön, die Höhen und Tiefen zu erleben, wie sich Anya immer mehr verliebt und wie alles immer mehr aus den Fugen gerät. Innerhalb weniger Tage habe ich das Buch beendet und bin gespannt auf den 2. Teil.

Anyas Geschichte spielt sich in der Zukunft ab. Die ältesten Menschen sind mein Jahrgang und jünger und ich finde es verrückt, dass ich in dieser Zeit auch mal so alt sein werde.

Und damit möchte ich gleich zum Schreibstil kommen. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Anya aus geschrieben. Auch dadurch waren ihre Gedanken und Gefühle viel greifbarer. In Klammern gesetzt können wir Anyas wahre Gedanken lesen. Ab und an gibt es auch Bemerkungen, was in der Zukunft geschieht. Ich mochte die lockere Art der Autorin und wie sie mit den Wörtern spielt. Sie hat ein paar wunderschöne Sätze geschrieben, die ich euch auch hier nieder geschrieben habe.

Fazit: Irgendwie verbinde ich etwas Persönliches mit dem Buch und fühle mich darin sehr geborgen. Ich war sofort von Anya und ihrer Welt in den Bann gezogen und bin noch nicht entkommen, Die Reihe werde ich definitiv weiter verfolgen.
Cover und Kurzbeschreibung via Fischer

Kommentare:

  1. Ich bin froh, das mal jemand etwas mehr Positives zu sagen hat ^^ Ich bekomme das Buch jetzt von Blogg dein Buch und bin sehr gespannt! Eine tolle Rezension, die beide Seiten beleuchtet. Das mit dem "Glauben" allerdings, hat mich zum lachen gebracht xD Was für eine durchschlagende Logik...nicht xD

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    1. Dann bin ich mal gespannt auf deine Rezension. Dankeschön :) Ja, das mit ANyas Glauben war wirklich etwas überzogen ^^

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  2. Ich bin total unsicher, ob ich das Buch kaufen soll... Die Thematik finde ich total ansprechend, allerdings habe ich auch schon viel schlechtes gehört :-/

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    1. Du kannst ja noch ein paar Rezensionen abwarten. Also mir hats jedenfalls gefallen, aber ich kenne ja deinen Lesegeschmack nicht so :D

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    2. Das Buch scheint ja ganz schon zu polarisieren ;) Mal sehn vllt kauf ich es mal gebraucht ^^

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    3. gute Idee, weiter verkaufen geht ja auch immer :)

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  3. Hi Sandrina

    Ich habe eben meine Rezension zu "Bitterzart" veröffentlicht und schmökere nun ein bisschen in anderen Meinungen ...
    Wir sehen eigentlich viele Dinge gleich und doch hat das Buch bei mir nur 3 Leseenten erhalten. Die Grundidee mit dem illegalen Schokoladenhandel finde ich immer noch sehr faszinieren - denn hey, ich komme aus dem Land der Schokolade ;-) - doch leider blieben mir alle Aspekte zu sehr an der Oberfläche und die Protagonisten waren mir zu blass.
    Ich weiss noch nicht so ganz, ob ich mir dann "Edelherb" hole oder einfach bei unserer Schweizer Schokolade bleibe ....

    lG Favola

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    1. Schweizer Schokolade klingt auf jeden Fall auch gut ;)

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Ich freue mich über jedes Kommentar :)