[Rezension] Und im Fenster der Himmel (Johanna Reiss)

Und im Fenster der Himmel

Originaltitel: The upstairs Room
Autor: Johanna Reiss

Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: Mai 1978
Taschenbuch mit 137 Seiten

ISBN: 978-3-423-07807-8
Preis: 6,95€
Empfehlung: ab 14 - 17 Jahren

Teil einer Reihe: Ja
1. Und im Fenster der Himmel
2. Wie wird es morgen sein ?

Kurzbeschreibung: Annie, die Tochter eines holländisch-jüdischen Viehhändlers, ist bei Kriegsausbruch neun Jahre alt. Nach der Besetzung Hollands verstecken hilfreiche Bauern Annie und ihre ältere Schwester in einer schmalen Kammer. In deren Enge sehnen sich die Schwestern nach frischer Luft und Bewegung und fürchten sich vor dem Entdecktwerden.

Meinung: Dieses kleine Büchlein habe ich gemeinsam mit seinem Nachfolger durch Zufall auf einem Flohmarkt gefunden. Mitgenommen wurden sie nur, weil die Seitenzahl gering ist, denn mit diesem Thema kann ich eigentlich eher weniger was anfangen.

Annie lebt mit ihrer Familie in Holland. Irgendwann ist die Rede davon, nach Amerika zu gehen. Stattdessen wird ein paar Dörfer weiter ein Haus gebaut. Aber schon bald muss die Familie sich eingestehen, dass es immer mehr Gesetze für Juden gibt und sie sich vor den Soldaten schützen müssen. Annie und ihre ältere Schwester Sini werden bei Bauern einquartiert, aber schon nach kurzer Zeit müssen sie zu einer neuen Familie ziehen.

Das Buch ist aus der Sicht der kleinen Annie geschrieben. In der Ich-Perspektive beschreibt sie ihre Ängste, Hoffnungen. Der Schreibstil ist recht einfach und ab und an etwas kindlich. Aber genau das mochte ich. So hatte ich das Gefühl, die Geschichte wirklich von der 9-jährigen zu hören. Sonst kommte ich mit Büchern dieses Genres mit dem Thema nicht zurecht, da meist alles so akurat beschrieben ist und so viele Details zu lesen sind, die man doch eigentlich weiß und man nicht noch ein 25 Mal lesen möchte. Da Annie nur sehr wenig von außen erfährt, erfährt auch der Leser nur das, was sie weiß.

Aber der junge Mann meldete sich nicht, und eines Tages lagen die Geiseln erschossen auf der Dorfstraße von Usselo. S. 108

Die Ostervelds, bei denen Annie und Sini leben, sind super symphatisch. Man kannn von Glück reden, dass es solche Menschen gibt.Auch die Eindrücke nach Kriegsende, als Annie zum ersten Mal seit über einem Jahr das Haus verlässt, sind grandios geschildert. Die Kriegsjahre sind nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. Sie ist völlig abgemagert und hat Probleme mit ihren Beinen.

Die Atmosphäre ist sehr drückend und ich hatte das Gefühl, an die frische Luft zu wollen. Ich bewundere die Autorin für ihr Überleben und wünsche ihr alles Glück der Welt.

Fazit: Und im Fenster der Himmel ist ein sehr berührendes Buch über die junge Annie, die sich während des Weltkriegs bei Bauern versteckt. Die Autorin verarbeitet ihre Erlebnisse sehr geschickt und gefühlvoll und weiß, wie sie den Leser erreicht. Das Buch hat nur um die 100 Seiten und ist daher auch für jüngere Leser geeignet.
Bild von mir und Kurzbeschreibung via dtv

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jedes Kommentar :)