[Rezension] Zerbrechlich (Jodi Picoult)

Zerbrechlich

Originaltitel: Handle with Care
Autor: Jodi Picoult

Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: August 2012
Taschenbuch mit 622 Seiten

ISBN: 978-3-404-16698-5
Preis: 9,99€
Empfehlung: für Erwachsene

Teil einer Reihe: Nein

Kurzbeschreibung: Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihre Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt – und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...

Meinung: In letzter Zeit können mich Bücher von Jodi Picoult leider nicht mehr so fesseln und auch diesmal war ich leider etwas enttäuscht.

Willow ist 5 Jahre alt, weiß jede Menge über die Welt, liebt ihre Familie und hat sich schon über 70 Knochen gebrochen. Sie hat Osteogenesis imperfecta, besser bekannt als die Glasknochenkrankheit. Ihr Familie liebt sie abgöttisch, aber um die Rechnungen zahlen zu können, beschließt Charlotte ihre Frauenärztin zu verklagen. Aber Piper ist ihre beste Freundin und wie wird Willow damit fertig ?

Die Themen sind wieder sehr spannend. Glasknochenkrankheit, Freundschaft, Familie, Liebe, Beziehungen, und ob es sich lohnt, für Geld sein komplettes Leben zu verändern und damit vielleicht auch zu zerstören.
Aber das passiert nun mal die Täumen: Das Leben kommt dazwischen. S. 141
Das Buch ist wieder aus der Sicht der verschiedensten Personen geschrieben. Charlotte, die Mutter; Piper, die Angeklagte; Amelia, die Schwester; Sean, der Vater; Marin, die Anwältin. Es ist gut gegliedert und man behält die Übersicht über die Personen und ihre Geschichte. Das ganze Buch ist wie ein langer Brief an Willow geschrieben, nur das letzte Kapitel beschreibt Willows Gefühle und Gedanken. Es ist alles wieder sehr authentisch, wobei ich doch zwei, drei Kritikpunkte habe.
Nummer sechsundzwanzig und Nummer siebenundzwanzig ereigneten sich bei einer Halloweenparty im Kindergarten und waren ziemlich übel: Waden - und Schienbein ragten aus der haut. Ironischerweise warst du als Mumie verkleidet, und ich konnte mit den Bandagen des Kostüms Erste Hilfe leisten. S. 144
Charlotte ist so fixiert auf Willow, sodass de Welt außerhalb ihrer kleinen Familie nicht sehr zählt und als dann der Prozess beginnt, sind ihre Gedanken nur noch dafür. Sie vernachlässigt ihre Kinder, ihre Ehe, ihr Leben. Sie bemerkt nicht, wie ihre Kinder immer mehr leiden, psychische Probleme entwickeln und unglücklich sind.
Du und ich, wir konnten zusammen durch die Welt ziehen und unsere ganz eigene schwesterliche Freakshow aufziehen: das Mädchen, das zerbricht, und das Mädchen, das sich ständig übergeben muss. S. 423
Deshalb drehte ich das Wasser in der Badewanne auf: damit es mein Flennen übertönte und damit keiner das Lied meiner Schande hörte, wenn ich mir gleich die Rasierklinge über die Haut zog wie ein Geiger den Bogen über seine Violine. S. 485
Lassen wir das letzte Kapitel mal außen vor. Das möchte ich nicht zur Debatte stellen. Es geht um das Ende des Prozesses, darum, wie das Leben der Familie weiter geht. Hier sind Spoiler enthalten: Der Prozess ist gewonnen. Der Schreck über 8 Millionen Dollar hängt seit Monaten am Kühlschrank, wird nicht eingelöst. Plötzlich kommt die Familie über die Runden, warum vorher nicht ? Wurde das ganze Spektakel nicht genau deswegen gemacht ? Sean hat sich wieder mit Charlotte vertragen, sie sind weiterhin ein tolles Ehepaar. Amelia, die psychische Probleme hatte (Ritzen und Bulimie) war, wie Willow es ausdrückt, in einem Camp und seit sie wieder da ist, ist sie wie ausgewechselt, läuft ständig mit einem Pinsel herum, zeichnet und ihr Leben ist wundervoll ...... Hallo ??? Was hat denn die Autorin für eine Vorstellung von Psyche ? Meint sie tatsächlich, sowas leicht sich leicht verarbeiten ? Dazu gehört die Zusammenarbeit der kompletten Familie und nicht ein "Camp". Ende Ich hoffe, das war verständlich erklärt. Es ist einfach so, als wäre nie etwas Schlechtes passiert ....

Es ging schnell zu lesen, besonders durch die vielen Perspektivenwechseln, die keinesfalls aufhalten. Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht und spannend. Enthalten sind am Anfang jedes großen Kapiteln Rezepte, die zudem Metaphern beinhalten.

Fazit: Zerbrechlich lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits war ich von Willow fasziniert, andererseits war ich mit dem Ende nicht einverstanden. 
Cover und Kurzbeschreibung via Bastei Lübbe

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