[Rezension] Unendlich wir (Amy Harmon)

Unendlich wir // Infinity + One // Amy Harmon
Egmont Ink // April 2015 //Broschierte Ausgabe mit 416 Seiten
978-3-7891-4807-1 // 14,99€ // ab 15 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Bonnie Rae Shelbys Leben scheint ein wahr gewordener Traum: Sie ist eine der erfolgreichsten Popsängerinnen der Welt, hat Millionen von Fans, mehr Geld, als sie je ausgeben könnte … und sie will sterben. Finn Clyde ist ein Niemand. Das Einzige, was für ihn im Leben Sinn ergibt, ist Mathematik. Allerdings hat ihn das bisher noch nicht weit gebracht. Er will ganz neu anfangen, in Las Vegas, weit weg von den Schatten seiner Vergangenheit. Doch dann sieht er die junge Frau auf der Brücke in New York. Er weiß, dass sie springen wird. Und er muss eine Entscheidung treffen … (via Egmont Ink)
Meinung: Harmons Vor uns das Leben konnte mich 2014 vollends begeistern und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich auch Unendlich wir lesen würde.

Bonnie ist reich, berühmt und leer. Sie fühlt sich ausgenutzt, hat keine Freunde und will sich nun von der Brücke stürzen. Dort wird sie von Finn gerettet und sie fahren gemeinsam nach Las Vegas. Aber auch Finn hat so seine Probleme und will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Auf dem Roadtrip durch die Bundesstaaten lernen sie sich selbst und gegenseitig besser kennen, helfen Fremden und werden von der Presse und Polizei gesucht.

Ich weiß gar nicht wie ich beginnen soll. Ich hatte echt Angst, das mir das Buch nicht zusagt, aber schon nach den ersten Seiten wusste ich, Amy Harmon wird mich nicht enttäuschen. Der Roadtrip gefiel mir super. Es geht nicht nur um Bonnie und Finn, sondern auch um andere Menschen, denen sie helfen. So hatte man keine Überdosis von den beiden und trotzdem kommen sie nicht zu kurz. Das Ende, mit SPOILER der Heirat und dem Sex war irgendwie doof. Die Autorin ist sehr religiös und das merkt man auch deutlich an den Büchern und der Protagonistin (Fern war auch schon so). Mir gefiel es gar nicht, dass sie das Paar nach einer Woche vermählt hat, aber das ist wohl Geschmackssache. SPOILER ENDE !! Bis auf diese Kleinigkeit war ich gefesselt vom Buch und musste auch nie sarkastisch darüber denken. Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch.

Der Schreibstil war sehr schön, flüssig und lädt zum Träumen ein. Die 420 Seiten flogen nur so an mir vorbei. Immer wieder tauchen Songtexte auf und Finn redet über mathematische Gleichungen und Zahlen, von denen ich nur wenig Ahnung habe und mich keineswegs großartig interessierten. Es wird abwechselnd aus Finns und aus Bonnies Sicht erzählt und zudem erhalten wir Presseberichte, wie sie die Menschheit bekommt. Und die sind nicht gerade Positiv.

Bonnie und Finn sind zwei sehr symphatische Charaktere. Sie glaubt an Musik. Er an Zahlen. Zeitweise war mir Bonnie zu überdreht, aber das bringt wohl das Showbiz mit sich. Trotzdem gab es kein berührende Momente wie bei Vor uns das Leben und das enttäuschte mich doch schwer.

Trotzdem waren die Themen interessant gewählt  und boten einigen Spielraum, den die Autorin fast gänzlich genutzt hat. Bonnie ist vom Leben als Star ausgelaugt und will einfach nur noch ihre Ruhe. Auch die Szenen, in der sie von den Presseleuten verfolgt wird, zeigt anschaulich, wie kaputt dieses ganze System ist. Auch Finn hat so sein Päckchen zu tragen. Er hat schon einigen Mist erlebt und will ebenfalls nur allein sein und endlich ein neues Leben beginnen.

Fazit: Unendlich wir konnte im Großen und Ganzen überzeugen. Jedoch hätte ich mir ein anderes Ende und mehr berührende Momente gewünscht.

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ich habe tatsächlich in deiner Überschrift "Unendlich Witz" gelesen. oO Tut mir leid, aber ich musste dir das mal mitteilen. :D
    Deine Bewertung bestätigt noch einmal das, was ich auch auf anderen Blog schon gelesen habe, dass die Geschichte ganz schön ist, aber einfach die emotionale Tiefe fehlt und das ist sowas, was für mich gar nicht geht. Ein Buch muss mich emotional mitreißen können. Egal auf welche Art und Weise. Also werde ich es wohl nicht lesen.
    Danke dir.

    Liebst, Lotta

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    1. haha, manchmal verlese ich mich auch bei Titel, kann ganz schön witzig sein :D

      Es war schon mitreißend, aber wie du schon sagtest: die emotionale Tiefe fehlt einfach und das war bei Vor uns das Leben einfach nicht so. Schade, aber ich bin mal gespann auf den nächsten Roman der Autorin :)

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