[Rezension] Eisige Schwestern (S. K. Tremayne) ***

Eisige Schwestern // The Ice Twins // S. K. Tremayne
Knaur // Mai 2015 // Broschierte Ausgabe mit 400 Seiten
978-3-426-51635-5 // 14,99€ // ab 16 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert. (via Knaur)
MeinungEisige Schwestern ist mir schon in der Vorschau für Frühjahr 2015 durch das Cover und die Kurzbeschreibung aufgefallen, daher musste das Buch einfach bei mir einziehen.

Sarah hat vor 13 Monaten ihre Tochter Lydia begraben, die durch einen tragischen Unfall starb. Mit ihrem Mann Angus und der verbliebenen Zwillingstochter Kirstie wagen sie einen Neuanfang auf einer schottischen, sehr abgelegenen Insel. Aber durch Kirsties Verhalten wird sich Sarah immer unsicherer, welche ihrer Töchter bei ihr lebt und welche gestorben ist...

Der Anfang ist grandios, der Einstieg in die Geschichte fällt leicht und man erwartet mit Spannung Details über den Unfall. Schon bald verschwimmen die Grenzen zwischen Kirstie und Lydia und man möchte wissen, was es damit auf sich hat. Aber schon nach der Hälfte war die Luft raus. Man erhält des Öfteren Halbwahrheiten und Sarah verfolgt Spuren, die ins Nichts führen. 


Aber Sarah kommt auf manche Ideen durch einen Kinderpsychologen, der ihr telefonisch seine Meinung mitteilt. Er stellt Vermutungen an, denkt zuerst in die eine, dann in die andere Richtung, und hat die Mutter nur ein Mal, das Kind sogar nie gesehen. Da ist natürlich klar, dass Sarah bei seinen Worten zuerst Panik bekommt. Darüber Nachdenken scheint auch keine Option zu sein, oder auf das Kind einzugehen und direkt von Anfang an eine Therapie zu machen. 

Das Ende war ganz nett und brachte nicht unbedingt das, was man am Anfang erwartete, aber immer wieder werden Andeutungen eingeflochten und so ist es keine große Überraschung mehr. Trotzdem wurde ich von der Geschichte unterhalten und hatte zu keinem Zeitpunkt das Bedürfnis, das Buch abzubrechen.

Die Charaktere wirken auf den ersten Blick symphatisch, auf den zweiten Blickt wirkt Angus brutal und zornig, Sarah verzweifelt und ängstlich und Kirstie verwirrt und allein gelassen. Das hält sich auch im Laufe der Handlung so. Ich konnte nicht immer, eigentlich sogar recht selten, nachvollziehen warum die Personen so handeln. Ich hasse es, wenn man jemandem etwas verheimlicht, weil man Angst hat, dass diese Person es nicht ertragen könnte. Auch Angus Geheimniskrämerei ging mir auf die Nerven und mehr Spannung wollte dadurch auch nicht aufkommen.

Fazit: Eine tolle Grundidee, die zum Ende hin leider schwächelt.

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