[Rezension] Es hat echt überhaupt nichts mit dir zu tun (Marie Calloway) *`

Es hat echt überhaupt nichts mit dir zu tun //
What Purpose Did I Serve In Your Life // Marie Calloway
Ullstein // Mai 2015 // Gebundene Ausgabe mit 288 Seiten
9783550080807 // 18,00€ // ab 18 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Marie Calloway ist Anfang zwanzig und lebt in New York. Sie ist Teil der jungen literarischen Szene Brooklyns, veröffentlicht in Onlinemagazinen und führt ein Blog. Der Name „Marie Calloway“ ist ein Pseudonym, unter dem sie über alles schreibt, was ihr im Zusammenhang mit Sexualität widerfährt. In ihren Texten geht es u. a. um ihre Entjungferung oder ihre Affäre mit einem verheirateten Mann, und mindestens ebenso sehr wie ihren Körper legt sie ihre Seele bloß. Sie schont weder sich noch den Leser, wenn sie mit zuweilen teilnahmslos wirkender Präzision nacherzählt, wie sich eine Affäre anbahnt, wenn sie Fotos von ihrem verletzten Körper zeigt, wenn sie die heftigen Reaktionen der Onlineleser unkommentiert hinter ihre Erzählungen stellt. Die fast aggressive Verletzlichkeit, mit der Marie Calloway die Verunsicherung einer jungen Frau zeigt, verleiht ihren Texten eine Wucht und Unmittelbarkeit, der man sich kaum entziehen kann. Eine unvergessliche Lektüre. (via ullstein)
Meinung: Von Marie Calloway habe ich vor diesem Buch noch nie etwas gehört oder gelesen und hätte ich mich vor dem Lesen des Buchs mit der Autorin auseinander gesetzt, wäre ich wohl auch nicht so extrem enttäuscht gewesen.

Marie Calloway ist eine junge Frau, die in ihrem Blog ihre sexuellen Erlebnisse veröffentlich. Nach und nach wird sie immer bekannter, sodass sie es schließlich sogar zum Autor gebracht hat. Eingeteilt ist das Buch in 12 Kapitel, in denen Marie verschiedene Erlebnisse teilt oder auch Kritik ihrer Leser zeigt.

Eigentlich ging es ganz ok los. Sie erzählt von ihrer Entjungferung, die nicht ganz so schön war, und dann geht es direkt mit 2 Kapiteln über Prostitution weiter. Auch das ist noch verkraftbar, aber mit jedem Kapitel wird der Sex extremer. Marie lässt sich immer mehr erniedrigen, entwickelt sich zu einer einzigen Sexphantasie und liebt und hasst es gleichzeitig. Nach ihrer Vergewaltigung wird es immer schlimmer damit und man könnte eine scchlimme, psychische Störung vermuten....

Immer wieder werden auch Chatverläufe gezeigt, in denen sie sehr gerne Miau schreibt um ihren männlichen Schreibpartnern zu gefallen. Das ging mir mit der Zeit auf die Nerven und auch die Verläufe selbst sind nicht unbedingt sexy. Ich kann hier weder eine aggressive Verletzlichkeit entdecken und wollte mich dem Buch nach der Hälfte unbedingt entziehen.

Nur beim Lesen fühlt man sich als Frau gedemütigt und bei unserer Pornokultur ist es kein Wunder, das es Menschen wie Marie gibt, die Sex mit Liebe verwechseln. Sie wird von mehreren Personen in ihrem Buch als Autorin gelobt, aber ganz ehrlich, ihr Schreibstil ist einfach und könnte von jeder beliebigen Person geschrieben sein.

Zum Glück gibt es auch Seiten in denen die Kritk der Leser standen (die ich teilweise voll und ganz nachvollziehen konnte) und auch die Chats nehmen viel Platz ein, ohne viel Text zu haben. Das Buch ist also schnell gelesen und das war auch schon das Einzig Positive daran. Ich hatte mehr eine kritische Erzähl - und Sichtweise über Frauen und Sex erwartet und keine Szene, die sich wohl fast jeder Mann wünschen würde. Wer gerne liest, wie sich Marie mit 2 Typen be"glückt" oder einen literarischen Porno braucht ist hier gut aufgehoben. Wer, wie ich, mehr Tiefgang, und Nein, nicht im sexuellen Sinne, erwartet hat, der ist leider gänzlich falsch. 

Fazit: Nur vom Lesen fühlt man sich beschämt über Marie Calloway, die ihre Selbstzweifel über Sex und Kerle befriedigt.

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