[Rezension] Das Schweigen der Hyazinthen (Lauren Frankel) **´

Das Schweigen der Hyazinthen // Hyacinth Girls // Lauren Frankel
Egmont Ink // August 2015 // Broschierte Ausgabe mit 256 Seiten
978-3-86396-078-0 // 14,99€ // ab 8 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Als Rebecca den Anruf von der Schule bekommt, traut sie ihren Ohren nicht: Ihre dreizehnjährige Pflegetochter Callie soll ein Mädchen so lange tyrannisiert und gemobbt haben, bis diese in Tränen aufgelöst aus der Schule geflohen ist. Rebecca kann nicht glauben, dass Callie, die im wahrsten Sinne des Wortes keiner Fliege etwas zu Leide tun kann, zu so einer Tat fähig ist. Doch dann beginnt Rebecca, Callie zu beobachten. Und plötzlich ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich noch das Mädchen ist, das sie glaubt, zu kennen … (via Egmont Ink)
Meinung: Schon Monate vor Erscheinen habe ich dem Buch entgegengefiebert und als ich es dann gelesen hatte, war ich durch meine hohen Erwartungen stark enttäuscht.

Rebecca kümmert sich um Callie, die Tochter ihrer toten, besten Freundin. Sie ist entsetzt, als sie einen Anruf von der Schule erhält und Callie beschuldigt wird, ein anderes Mädchen gemobbt zu haben. Rebecca kann und will das nicht glauben und wälzt alle Schuld auf das andere Mädchen ab...

... und im Gegesatz zu dem, was der Klappentext aussagt, beobachtet Rebecca Callie nicht und kommt auch gar nicht auf den Gedanken, dass ihre liebste Callie eine Mobberin sein könnte. In der ersten Hälfte des Buchs wird alles aus Rebeccas Sicht erzählt und zwischendurch gibt es immer wieder Chatverläufe zwischen Callie und Robyn. Auf jeden Fall vertraut sie Callie blind und schiebt jegliche Schul auf Robyn. Die zweite Hälfte wird aus Callie Sicht erzählt und es kommt viel ans Tageslicht, was man sich aber nicht schon hätte denken können. Callie hat viele Geheimnisse und Rebecca ist so dämlich und erkennt gar nichts.

Und damit möchte ich auch schon direkt auf Rebecca als Charaktere zu sprechen kommen. Sie ist sehr naiv, leicht - und gutgläubig und möchte für ihre Pflegetochter nur das Beste. Das diese Probleme hat bemerkt sie gar nicht, macht stattdessen aus deren Mutter eine Heilige, die perfekt zu sein schein, und setzt Callie dadurch ohne Ende unter Druck. Ihre Naivität in Sachen Callie ging mir nach einiger Zeit richtig auf die Nerven und ich war wirklich froh, als Callies Kapitel kamen.

Callie hat selbst gemobbt und wurde dann gemobbt und ich kann verstehen, dass sie sich allein, verlassen und ungewollt fühlt. Ihre facebook-Aktion gefiel mir sehr gut als Protest und ich kann ihre Reaktion verstehen. Das Happy-End musste wohl sein, mir hätte es anders besser gefallen. 

Fazit: Rebacca ging mit mit ihrer Naivität mächtig auf den Wecker und hat damit das ganze Buch runter gezogen.


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