[Rezension] Der Psychopath (Bram Dehouck) ****

Der Psychopath // Hellekind // Bram Dehouck
btb // März 2016 // Taschenbuch mit 224 Seiten
978-3-442-71330-1 // 8,99€ // ab 16 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Sam ist anders als andere Kinder. Das merken seine Eltern früh. Doch der Arzt und die Krankenschwester können damit umgehen. Sams Verhalten wird erst zum Problem, als er in die Schule kommt. Niemand hat den aufbrausenden Jungen im Griff. Während seine Mutter glaubt, der Sohn werde gemobbt, ist sein Vater Chris mehr und mehr davon überzeugt, dass mit Sam etwas nicht stimmt. Manisch sammelt er Fachartikel, die beweisen sollen, dass sein Sohn ein geborener Psychopath ist. Als Sam eines Tages einer Katze den Bauch aufschlitzt, um nachzusehen, was sich darin verbirgt, versteift sich Chris immer mehr auf seine Theorie. Und er sieht nur eine Lösung. Eine Lösung, die ein Vater sonst nie wählen würde: Er will den eigenen Sohn umbringen … (via btb)
Meinung: Ein dünnes Büchlein, bei dem ich euch empfehlen würde, nicht den Klappentext zu lesen !!!

Chris hat den Entschluss gefasst seinen Sohn Sam zu ermorden. Im Wald ist er auf der Suche nach einem geeigneten Ablegeplatz für die Leiche. In einem anderen Handlungsstrang ist die Mutter mit der Polizei auf der Suche nach Sam und wie es zu dieser Wahnvorstellung kam.

Ihr könnt euch schon denken, dass es hier verschiedene Handlungsstränge gibt. Die Mutter, die ihren Sohn sucht, der Vater der diesen ermorden möchte und dann immer wieder Rückblenden aus Chris` Kindheit und die letzten Wochen, bevor er den Entschluss fasst, Sam zu ermorden. Und die waren allesamt sehr spannend. Die 200 Seiten las ich in einem Rutsch, weil ich unbedingt wissen wollte, was es mit Sam und Chris auf sich hat. Ob nun der Vater oder Sohn reif für die Psychatrie ist oder sind es sogar beide ? Bis zum Schluss stehen wir vor einem Rätsel und rätseln.

Die Charaktere sind allesamt sehr glaubwürdig. Sowohl die Mutter, die ihren Sohn beschützen möchte und das Gute ihn ihm sieht, als auch der Vater, der Anzeichen für eine psychische Störung erkennt. Beide sind Verfechter ihrer Theorie und verstehen nicht, warum der jeweils andere seine Erkenntnisse nicht teilt. Obwohl man nicht die Gedanken von Sam kennt, ist auch er sehr lebensecht und real beschrieben.

Einzig die Geschichte am Anfang mit der jungen Frau und dem Herpes war mir nicht ganz schlüssig. Denn Herpes ist keine Geschlechtskrankheit, sondern kann sich an den Geschlechtsorgangen, wie auch Augen und Lippen durch Küssen bzw. Oralsex übertragen und der Erreger muss nicht sofort ausbrechen und kann Jahre im Körper schlummern. Warum lässt der Arzt die Frau so im Unklaren ? Ist er als Arzt so unwissend oder ist das schon ein Anzeichen für sein späteres Verhalten ?

Fazit: Ein spannender Thriller, der einen packt und trotz seiner Kürze nicht so schnell loslässt.

Kommentare:

  1. Hallo Sandrina,

    ich fand es erstaunlich, wie unglaublich unsympathisch der Autor diesen kleinen Jungen darstellen konnte. Man konnte sich so sehr gut in den Vater hineinversetzen. Mir war das Buch insgesamt allerdings zu oberflächlich. Ich denke, wenn der Autor alles mehr ausgebaut hätte - auch, was der Junge alles so fabriziert hat - wäre es noch spannender gewesen.

    LG Steffi

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    1. Wahnsinn, was manche Autoren erschaffen können. Im Nachhinein war es mir auch zu wenig ausgefeilt und meiner Mutter gefiel es sogar nicht.

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