[Rezension] Lasse (Verena Friederike Hasel) ****

Lasse // Verena Friederike Hasel
ullstein // August 2015 // Gebundene Ausgabe mit 208 Seiten
9783550080937 // 18,00€ // ab 16 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Die verstörende Geschichte einer jungen Frau, die immer mehr den Zugang zur Realität verliert und sich in eine Welt hineinbegibt, in der eine ganz eigene Logik gilt. Als Nina Mutter wird und spürt, dass sie nicht nur Liebe für ihr Kind empfindet, ist sie verunsichert. Sie sucht Anschluss in Mütter-Cafés und Babykursen, aber fühlt sich isoliert. Überall sind Frauen, die selbstverständlich und mühelos liebevoll mit ihren Kindern umgehen. Die stets genau wissen, was richtig ist und was nicht. Für die jeder Zweifel schon ein Tabubruch ist. Nach und nach bricht Nina den Kontakt zu ihren Mitmenschen ab, unfähig, eine Verbindung zu anderen herzustellen. Als sich für sie alles nur noch auf ihren wenige Monate alten Sohn konzentriert, nimmt eine fatale Entwicklung ihren Lauf. In atemlosen Sätzen, die auf beklemmende Weise die Kraft der Einbildung erlebbar machen, wird aus der Perspektive einer Frau erzählt, deren Ängste durch ein Umfeld verstärkt werden, das bei bestimmten Themen keine Ambivalenz erträgt. (via ullstein)
Meinung: Zweifellos sprach mich direkt der Klappentext an und so durfte es schon vor einiger Zeit bei mir einziehen.

Nina ist glücklich während ihrer Schwangerschaft, aber sobald ihr Sohn auf der Welt ist, fühlt sie sich allein und völlig überfordert. Vom Vater des Kindes allein gelassen und in einer schwierigen Wohnsituation, beginnt sie, sich in Tagträumen und anschließend den Bezug zur Realität zu verlieren.

Afangs hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, denn Nina ist nicht unbedingt symphatisch. Die junge Frau hatte bisher kein leichtes Leben, aber sie war mir dennoch zu naiv. Nina will das Kind um den Mann zu behalten, und ist dann völlig überfordert mit ihrem Sohn. So unsymphatisch sie mir am Anfang war, desto besser konnte ich ihre Ängste verstehen. Sie fühlt sich als Ausenseiterin, alle scheinen so gut mit ihren Babies zurechtzukommen, nur sie nicht.

Auch der Vater ist nicht unbedingt ein toller Kerl. Auch er ist überfordert, aber eher mit Nina, da diese sich unmöglich benimmt. Doch trotz der weniger tollen Charaktere, blieb mir das Buch im Gedächtnis. Die Mutterschaft wird hier aus einer anderen Perspektive beleuchtet und hilft damit sicherlich vielen Frauen. Es ist erschreckend zu lesen und besonders das Ende lässt einen traumatisiert zurück.

Das Debut der Autorin kann sich wirklich lesen und die Charaktere geben dem Buch die nötige Tiefe. Der Einstieg fällt nicht so leicht, aber dranbleiben lohnt sich

Fazit: Ein Debut, welches einen nicht mehr so schnell los lässt. 

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