[Rezension] Eine Geschichte der Zitrone (Jo Cotterill) *****

Eine Geschichte der Zitrone // A Library of Lemons // Jo Cotterill
Königskinder // September 2016 // Gebundene Ausgabe mit 256 Seiten
      978-3-551-56036-0 // 16,99€ // ab 12 Jahren // Keine Reihe

Kurzbeschreibung: Wie gern hätte Calypso eine richtige Freundin! Vielleicht wird es ja Mae, die Neue in der Klasse? Die ist genauso ein Bücherwurm wie sie. Auch wenn für Mae ein Buch nur gut ist, wenn sie am Ende richtig heulen muss. Aber Calypsos Dad findet, man soll sich nicht auf andere einlassen. Er hat ohnehin keine Zeit für so was – er schreibt sein Meisterwerk über die Geschichte der Zitrone. Und scheint darüber oft zu vergessen, dass er eine Tochter hat. Je mehr Zeit Calypso bei Mae und ihrer herzlichen Familie verbringt, desto klarer wird ihr, wie seltsam, staubig und leer ihr eigenes Zuhause ist. (via Königskinder)


Meinung: Königskinderbücher sind immer einen zweiten Bick wert und auch hinter diesem Cover steckt ein wahrer Schatz.

Calypso lebt mit ihrem Vater und ihrer eigenen Bibliothek in einem einsamen Haus. Freunde hat sie keine, die braucht sie nicht, schließlich hat sie ihre Bücher. Aber als Mae in ihre Klasse kommt, entdeckt sie zum ersten Mal, was Freundschaft wirklich bedeutet.

Ach, die Handlung war so herzallerliebst. Die Mädchen entwickeln eine ganz besondere Freundschaft, wo sie doch so unterschiedlich sind. Calypso kann gar nich glauben, wie nett und verrückt Maes Familie ist und umgekehrt geht es Mae so mit Calypsos Bibliothek. Aber auch der Handlungsstrang um die Probleme von Calypsos Vater und wie die kleine Familie damit umgeht ist bemerkenswert gut und einfühlsam geschrieben.

Die Charaktere waren durchweg authentisch gestaltet. Ich konnte die Gefühle von Mae und Calypso sehr gut nachvollziehen. Die Familie von Mae scheint eine herzliche und nette Familie zu sein, während Calypsos Dad ein schweigsamer, einsamer Kerl ist. Gerne hätte ich mehr Informationen über seine Krankheit erfahren. Zudem hätte es da meiner Meinung nach auch tiefgründiger sein können. Calypso kennt es nicht anders, aber dennoch lastet es für meinen Geschmack nicht so schwer auf ihren Schultern, wie es sollte. Liest man von den anderen Kindern, merkt man auch, dass sie es im Vergleich einfach hat, dennoch passte es für mich nicht zu 100% ins Bild.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Hatte ich erst angefangen, war ich auch schon mittendrin und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es endet ein wenig abrupt und der Heilungsprozess hat erst begonnen, dennoch war das Ende sehr gut gewählt. 

Fazit: Ein Pageturner über Freundschaft, Verlust und die Liebe zu Büchern.

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